∆FFEKT » Sabine
02.09.
2010

Unter den Hamburger Kellerkneipen ist das Eldorado nicht nur die mit den besten Schnapspreisen, sondern auch eine der relevantesten, wenn es um den Austausch in der hiesigen Indieszene geht. Hinter Tresen und Plattentellern, aber auch unter den Stammgästen finden sich dutzende Musiker, deren Wege sich nicht selten dort zu späterer Stunde kreuzen, weshalb der Laden in der Wohlwillstraße ohne Zweifel als Geburtsort einiger, vor allem aber als Wohnzimmer vieler lokaler Bands gelten kann. Was dabei rauskommt kann alljährlich beim Eldorado Festival begutachtet werden, zu dem man versammelt für einen Abend den kleinen Keller verlässt und auf die Bühne des Knust umzieht. So auch kommenden Samstag.

Viele der DJs geben sich nicht damit zufrieden, nur die Musik anderer an- und auszumachen, sondern spielen selbst in Bands. Martin Bosecker, Musiker, Musikliebhaber und Eldoradobesitzer, fand es daher nur logisch, die Leute hinter den Plattentellern (und auch diejenigen, die oft am Tresen rumhängen) einmal im Jahr auf einer Bühne zu vereinen. Live, ohne Lärmschutzauflagen, ohne Limiter. Das hauseigene Festival geht mittlerweile in die dritte Runde: Martin hat erneut sechs Bands für das Kellerkneipen-Auswärtsspiel im Knust handverlesen, und es ist gewährleistet, dass für beinahe jeden Geschmack (außer Schlumpftechno, Idiotenpolka und Speedmetal) eine bis sechs Bands dabei sein werden.

Mit dabei bei der dritten Ausgabe des Festivals sind unsere Freunde von Tripping The Light Fantastic, sowie Gnill, Blij, Sleeping Policemen, Julie Ocean und Time And Space Society. Los geht es um 20 Uhr, der Eintritt kostet 8€ im VVK, 10€ an der Abendkasse.

Ausführliche Bandbeschreibungen findet ihr auf der Seite des Knust und auf der Facebook-Seite der Veranstaltung.

Links
Eldorado
Knust
Eldorado Festival bei Facebook

Außerdem steht dieses Wochenende auch in Berlin ein fantastisches kleines Festival an: Die Indie Pop Days 2010. Das Veranstaltungsteam Let’s Kiss And Make Up lädt vom 3.-5. September zum ersten Mal zum dreitägigen Festival in den Multilayerladen, bzw. in den Wasserturm Kreuzberg ein.

Nach einem Jahr voller schöner und mitreißender Konzerte präsentieren Let’s kiss and make up im Spätsommer ein Festival der Indiepop-Extraklasse – auf dem Gelände des Kreuzberger Wasserturms (Bergmannkiez) am Samstag und Sonntag. Das Warm-Up gibts am Freitag im Multilayerladen. Ein Wochenende lang bezaubern die Indie Pop Days mit britischen Indiebands (Lucky Soul), schwedischen Electro-Acts (The Embassy) sowie lokalen Folkbands (Falk & Die Wiese) in Berlin. Auch die internationale DJ-Szene wird vertreten sein. Was alle verbindet, ist eins: Pop.

Tickets für Freitag kosten 8€, für Samstag und Sonntag jeweils 17€. Außerdem ist ein Kombi-Ticket für Samstag und Sonntag im VVK für 31€ erhältlich. Alle Infos zu Bands, Tickets und Anfahrt findet ihr auf der Website des Festivals.

Links
Indie Pop Days 2010
Let’s Kiss And Make Up

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01.09.
2010

Wir sind eins! Die Feierlichkeiten haben wir gestern spontan vorgezogen, der Schädel brummt noch jetzt.

Wer uns anlässlich unseres Geburtstages eine Freude machen will, der darf gern bei seinen Freunden von uns schwärmen – die 700 1000 Facebook-Fans hätten wir heute nämlich schon gern geknackt.
Alternativ nehmen wir auch eine Flasche guten Weißwein, damit wir nächstes Mal mehr vom Geburtstag haben als bloß Kopfweh.

Danke an alle für das letzte Jahr. Wir hoffen, ihr hattet hier soviel Spaß wie wir! ♥

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12.08.
2010

Von der Not zur Tugend: Eine Liebeserklärung an die Bar als Lebensmittelpunkt des Künstlers.

»We Work In Bars« ist die erste Single des im Mai erschienenen Albums »Well Done Europe«, mit dem The Chap im September auch in Deutschland auf Tour sind.

Termine
15. September | Kassel | ARM
16. September | München | Rote Sonne
17. September | Halle | Objekt 5
18. September | Darmstadt | 603 qm
20. September | Köln | Subway
21. September | Münster | Gleis 22
22. September | Berlin | Festsaal Kreuzberg
23. September | Leipzig | Conne Island
24. September | Chemnitz | Atomino
25. September | Hamburg | Reeperbahnfestival

Links
The Chap
Das Album im Stream bei Lo Recordings
Myspace

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06.08.
2010

Super Typen, super Schokolade — wir sind verliebt.

»The life of a mariner is one given over to wanderlust — the quest for adventure, crossing unseen horizons to secure precious goods — only to bring them back to their home port. This same love of adventure and curiosity defines the brotherhood of Rick and Michael Mast. They share a fiercely independent spirit, leaping into the unknown and trusting that they’ll find the answer through endurance and dedication to their craft.

They began their voyage in their apartment, using a homemade machine to process cacao beans. Over time they cultivated their creation, sourcing beans from family farms in Madagascar, Venezuela, the Dominican Republic, and Ecuador. Each bar is handmade with incredible reverence for the process and history of chocolate. They are bound in ornamental papers and golden foil like a collection of rare books. Each bar offers its own story of flavors, and no two are exactly alike.

The Mast Brothers are now planning to navigate the mighty Atlantic, sailing to the Dominican Republic in search of beans and a deeper connection with the folks who grow them. Before they begin the next chapter, The Scout spent time with Rick and Michael documenting their story.«

Links
Mast Brothers Chocolate
Mast Brothers Blog
Facebook

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06.08.
2010

Weil eine Hälfte von Affekt ihre Chance in Wien gestern schon verpasst hat und wir euch diesen Kummer ersparen wollen, legen wir euch unbedingt ans Herz, Wild Nothing in eure Wochenendpläne aufzunehmen. Das unglaublich sympathische Ein-Mann-Projekt aus den USA befindet sich mit seinem im Mai erschienenen Debütalbum »Gemini« gerade auf dem Weg vom Geheimtipp zu Everybody’s Darling und ist in diesen Tagen in Deutschland unterwegs.

Stream hin oder her – dass man so ein tolles Album kaufen sollte, versteht sich hoffentlich von selbst.

Termine
6. August | München | 59:1
7. August | Köln | King Georg
8. August | Hamburg | Indra
9. August | Berlin | Bang Bang Club

Links
Wild Nothing bei Myspace

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29.07.
2010


Ohne Zweifel gehört ein gewisses Maß an Masochismus dazu, sich in die dunklen Tage des vorstädtischen Teenagerlebens zurückzuwünschen. Eine Zeit, in der man an die Grenzen der kleinstädtischen Strukturen stößt und die geprägt ist von Gefühlen der Gefangenheit, Einsamkeit, des Weltschmerzes. Verzweifelt auf der Suche nach Verständnis stürzen sich Heranwachsende weltweit in Parallelwelten und finden in Musik und Literatur Gleichgesinnte, mit denen sich gemeinsam-einsam die leidvolle Zeit durchstehen lässt. Das wiederum ist es, was uns diese Zeit mit wachsendem Abstand zunehmend romantisch-verklärt sehen lässt: Denn diese Zeit der großen, allesverschlingenden Gefühle  letztendlich ist es, die uns zu denen gemacht hat, die wir heute sind. Irgendwie haben wir alle einen Weg aus dem Schlamassel der pubertären Orientierungslosigkeit gefunden und wir alle hatten Helfer an unserer Seite, denen wir bis heute dafür dankbar sind. So wühlen wir von Zeit zu Zeit in unseren Plattenkisten nach den alten Helden und lassen uns von einem wehmütigen Gefühl davon tragen, in die Zeit von erster Liebe und erstem Liebeskummer.

Und genau das ist es, wohin uns Arcade Fire mit ihrem dritten, jetzt erscheinenden Album »The Suburbs« mitnehmen: In die vorstädtischen Kinderzimmer wo wir zwischen Bücherregalen und Pop-Postern auf dem Teppich liegen und über Kopfhörer der zu klein gewordenen Welt entfliehen. Die Band um das Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne schenkt uns »a record how I felt then«, wie es programmatisch in »Month Of May« heißt. Dementsprechend finden sich auch viele Einflüsse vergangener Zeiten auf der Platte wieder, die sie für Arcade Fire-Verhältnisse untypisch reduziert, teilweise fast poppig klingen lässt. So beschreibt Win Butler das Album als eine Mischung aus Depeche Mode und Neil Young, neben denen man aber auch weitere Klassiker der einsamen Jugend wie etwa Morrissey aus der Arcade Fire’schen Plattensammlung heraushören mag. Unter den insgesamt 16 Tracks findet sich mit »Sprawl II (Mountains Beyond Mountains)« beispielsweise sogar eine handfeste Früh-Achtziger Synthie-Disko-Hymne, die man vermutlich überall, aber nicht auf einem Arcade Fire-Album vermutet hätte und die »The Suburbs« auch einer breiteren Masse öffnen könnte.

Es ist mit Sicherheit ein Album, das man arbeiten lassen muss, dem man Zeit geben muss, bis es seine gesamte Größe entfaltet, das dann aber den hochgesetzten Erwartungen mehr als gerecht wird. Wir sind dankbar, wieder 17 sein zu dürfen und stimmen gern in den lauten Chor mit ein, der »The Suburbs« als Favoriten für das Album des Jahres beschwört.

Termine
31. August | Berlin | Tempodrom — bereits ausverkauft!
28. November | München | Zenith
29. November | Düsseldorf | Philipshalle

Links
Arcade Fire
Arcade Fire bei Myspace

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28.07.
2010

Nachdem Jonathan Safran Foer sich mit seinen beiden Romanen »Alles ist erleuchtet« und »Extrem laut und unglaublich nah« einen der besten Plätze sowohl in unseren Bücherregalen als auch Herzen erschrieben hat, freuen wir uns jetzt auf die Veröffentlichung der deutschen Übersetzung seines dritten Buchs »Eating Animals«. Bei dem 2009 erschienen Buch handelt es sich erstmals um kein fiktionales Werk, sondern um Foers – durch die Geburt seines ersten Sohnes angeregte – Recherchen und Erfahrungen bezüglich Vegetarismus, Massentierhaltung und deren Folgen.

»Foer stürzt sich mit Leib und Seele in sein Thema. Er recherchiert auf eigene Faust, bricht nachts in Tierfarmen ein, konsultiert einschlägige Studien und spricht mit zahlreichen Akteuren und Experten. Vor allem aber geht er der Frage auf den Grund, was Essen für den Menschen bedeutet. Auch Foer kennt die trostspendende Kraft einer fleischhaltigen Lieblingsmahlzeit, die seit Generationen in einer Familie gekocht wird.
In einer brillanten Synthese aus Philosophie, Literatur, Wissenschaft und eigenen Undercover-Reportagen bricht Foer in »Tiere essen« eine Lanze für eine bewusste Wahl. Er hinterfragt die Geschichten, die wir uns selbst erzählen, um unser Essverhalten zu rechtfertigen, und die dazu beitragen, dass wir der Wirklichkeit der Massentierhaltung und deren Konsequenzen nicht ins Auge sehen.«

Die deutsche Übersetzung »Tiere essen« erscheint am 19. August 2010 bei Kiepenheuer und Witsch.

Links
»Eating Animals« – Die offizielle Seite zum Buch
»Tiere essen« bei KiWi
Via artifarti

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08.07.
2010

Kommenden Donnerstag, den 16. Juli ist die New Yorker Disko-Kombo Hercules and Love Affair, die 2008 mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum den Zauber der späten 70er zurück auf die Tanzflächen gebracht hat, zu Gast im Hamburger Neidklub. Präsentiert wird das Ganze von unseren Freunden vom Vice Magazine, die wieder einmal so gut zu euch sind und mit uns 1×2 Karten für das Konzert verlosen.

Wer die beiden Karten gewinnen möchte, schreibt bis Sonntag, den 11. Juli 2010, 18 Uhr eine Email mit dem Betreff »Hercules and Love Affair« an info(∆)affektblog.de. Damit alles klappt, brauchen wir unbedingt euren Namen, sowie den eurer Begleitung! Die Gewinner werden dann von uns ausgelost und benachrichtigt. Viel Glück!

Weitere Konzerte von Hercules and Love Affair finden am 14. Juli in Berlin, am 16. Juli in München, sowie am 17. Juli auf dem Melt! Festival statt.

Links
Vice Magazine
Hercules & Love Affair bei Myspace
Neidklub

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03.07.
2010

Auf den ersten Blick mag es vielleicht wie ein kleines, beschauliches Festival wirken, das sich diesen August zum dritten Mal an die Hannoversche Ihme kuschelt. Doch während viele andere junge Festivals jahrelang brauchen, um den Kinderschuhen zu entwachsen ist das BootBooHook in die Sieben-Meilen-Stiefel geschlüpft und hat sich in kürzester Zeit zu einem der spannendsten Indie-Festivals des Landes gemausert – was nicht zuletzt auch daran liegen dürfte, dass die Damen und Herren von Tapete hier ihre Hände im Spiel haben. Nachdem das Festival im letzten Jahr mit Headlinern wie Tocotronic, Fehlfarben und Kettcar auf das ehemalige Fabrikgelände der Faust lockte, waren am Ende alle 10.000 Tickets vergriffen. Wir hatten unsere zum Glück schon lange sicher in der Schublade und haben angesichts des unglaublichen Line Ups in diesem Jahr gleich wieder rechtzeitig vorgesorgt.

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02.07.
2010

Am Mittwoch wurde in Köln der Grimme Online Award vergeben. Unter den acht Gewinnern findet sich auch das bemerkenswerte Projekt »Little Berlin – Ein Dorf deutscher Geschichte«, das Volontäre der Axel Springer Akademie anlässlich des Jubiläums des Mauerfalls auf die Beine gestellt haben. Anhand des Mikrokosmos Mödlareuth – einem Dörfchen an der thüringisch-bayerischen Grenze, das ebenso wie Berlin von der Mauer geteilt war – wird die Geschichte um die deutsch-deutsche Grenze nah am Subjekt erzählt und unter Nutzung verschiedener Medien interessant und übersichtlich aufbereitet, sowie 20 Jahre nach der Wiedervereinigung ein Resümee über deren Glücken gezogen.

»Seit 20 Jahren ist die politische, kulturelle und ideologische Teilung durch die Mauer in einen demokratischen Staat auf der einen, und einen diktatorischen Staat auf der anderen Seite nun vorbei. Trotzdem ist das Dorf in seiner Verwaltung durch die zwei unterschiedlichen Bundesländer noch immer getrennt: Es gibt zwei verschiedene Ortsvorwahlen, zwei Postleitzahlen, zwei Bürgermeister. [...]

Little Berlin ist wie das große Berlin durch seine Mauer zu einem Symbol der Teilung, aber auch der friedlichen Revolution geworden. Als Symbol steht es damit stellvertretend für etwas Größeres, was nicht nur die Berliner oder die Mödlareuther betrifft, sondern alle Deutschen. In der Vergangenheit wie in der Gegenwart.«

Nicht nur journalistisch, sondern auch kulturwissenschaftlich eine spannende Arbeit, die unserer Meinung nach zurecht ausgezeichnet wurde.

Links
»Little Berlin«
Grimme Institut

http://littleberlin.de/?PID=static,Index_deLinks
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