
Regisseurin Angela Richter und Julian Assange
Held, Verbrecher oder Staatsfeind Nummer 1? Julian Assange ist genauso schnell abgestürzt, wie er als Initiator, Sprecher und Gesicht von Wikileaks zu Ruhm gekommen war. Sein tragischer Aufstieg und Fall – gleich einem griechischen Theaterhelden – sind aber nicht das einzige, was Regisseurin Angela Richter an der Figur Assange interessiert. Die Faszination für die tiefen, dunklen Ecken des Internets, die nicht über Suchmaschinen aufzuspüren sind und in denen häufig Netzaktivismen entstehen und stattfinden, war schon lange da. Durch eine vorige Produktion in Wien wurde sie außerdem auf das Phänomen des Supernerds aufmerksam.
Während der Recherche zu der die beiden Themen verknüpfenden Theaterarbeit versuchte Angela Richter, Kontakt zu Julian Assange herzustellen. Dass das nicht so einfach ist, kann man sich vorstellen. Nicht vorstellen aber kann man sich, wie es dann doch geklappt hat: Über Ebay. Dort nämlich versteigerten Assange und Slavoj Zizek ein Mittagessen mit sich zugunsten Wikileaks, das kurz zuvor (wir erinnern uns an eingefrorene Konten und Amazon) in Geldnot geraten war. Und – drei, zwei, eins – für 1400 Pfund saß Angela Richter wenig später tatsächlich mit am Mittagstisch.
Weitere Treffen und Telefonate zwischen Julian Assange und Angela Richter folgten, und Richter sammelte Unmengen an Interviewmaterial, das nun zusammen mit ihren Recherchen zum sogenannten Deep Net oder Dark Net in das Stück »Assassinate Assange« geflossen ist, das am 27. September auf Kampnagel im Rahmen des .vernetzt#-Zukunftscamps Premiere feiert.
Wir verlosen 2x 2 Karten für die Aufführung von »Assassinate Assange« am 28. September. Im Anschluss an das Stück findet eine Podiumsdiskussion zum Thema statt, bei der die Regisseurin, der Netz- und Medientheoretiker Andreas Leo Findeisen und der Politikwissenschaftler Leo Barbrook, der zur Wechselwirkung von Zukunftsutopien und öknomischer Entwicklung arbeitet, diskutieren werden.
Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt uns bis Montag, 24. September, 15 Uhr eine Mail mit dem Betreff »Assassinate Assange«, ein paar netten Worten und eurem vollständigen Namen an info(∆)affektblog.de (und sagt uns auch, ob ihr im Falle eines Gewinns am anschließenden Panel teilnehmen möchtet!). Die Namen der Gewinner geben wir an Kampnagel weiter, sonst sind eure Daten bei uns selbstverständlich sicher. Viel Glück!
»Assassinate Assange«
27.-30. September 2012, jeweils 19:30 Uhr
Kampnagel (Jarrestraße 20, Hamburg)
Eintritt 12-22 Euro
Panel zum Thema Dark Net/Deep Web/Invisible Net
mit Angela Richter, Andreas Leo Findeisen und Richard Barbrook
Moderation Ole Reissmann (Spiegel Online)
28. September 2012, 21:30 Uhr
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich
Links
Kampnagel
.vernetzt#
Panel

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Ich war drin und: das Stück war sehr inspirierend!
Endlich mal was anderes als die alte Platte zu Assange (Egomane, Paranoider, griechische Tragödie usw.).
Schwerpunkt Sex kann man nachsehen: War eben die von den Medien aufgebauschte Publikumserwartung; die Blogger haben eh ihre eigene Sicht auf das Thema:
http://jasminrevolution.wordpress.com/2012/10/01/orientierungslos-theaterstuck-assassinate-assange-scheitert-am-mythos-assange/
Hallo Valerie! Wir haben es auch gesehen und müssen leider sagen: Wir fanden es ziemlich platt. Eine ziemlich unangenehme Selbstinszenierung Angela Richters (Wow, sie kennt Assange! Ähm.) und genauso unangenehme sensationsgeile Darstellung der Vergewaltigungsvorwürfe. Ziemlich platte Propaganda, die, wenn auch streitbare, aber eventuelle Vergewaltiguns-/Nötigungsopfer verhöhnt. Wir hatten mehr erwartet.