Miranda July »The Future«

Um Miranda July war es im letzten Jahr etwas stiller geworden, und da die amerikanische Allround-Künstlerin selten die Hände untätig in den Schoß legt, konnte dies nur als Zeichen konzentrierter Produktivität verstanden werden. Auf dem Sundance Film Festival im Januar enthüllte July jetzt, woran sie in den vergangenen Monaten gearbeitet hatte: Nach dem vielfach ausgezeichneten Debüt »Me And You And Everyone We Know« von 2005 hat sie sich entgegen ihres Vorhabens (siehe Interview unten) doch noch einmal für das Medium Film entschieden.

Herausgekommen ist ein Spielfilm, der ähnlich wie das Erstlingswerk zwischenmenschliche Beziehungen und die Positionierung ihrer Akteure im Leben in den Mittelpunkt stellt. Die beiden Hauptfiguren Sophie (deren Part wieder July selbst übernimmt) und Jason beschließen, eine verletzte Straßenkatze bei sich aufzunehmen, um mit diesem gemeinsamen Projekt ihren aus ungeliebten Jobs und eingeschlafener Beziehung bestehenden Alltag zu beleben. Ein Monat bleibt ihnen, bis die Katze genesen und bereit ist, bei ihnen einzuziehen. Die Verantwortung und die Einschränkungen, die die beiden nun durch die Fürsorge eines verletzten Tieres auf sich zukommen sehen, erlebt das Paar ähnlich der Zeit vor der Geburt eines Kindes und beschließt, diesen letzten Monat in Freiheit noch einmal voll auszukosten. Jobs werden gekündigt, geheime Leidenschaften ausgelebt – und was jetzt nach einer klassischen und oft gewählten Ausgangssituation klingt, nimmt wie so oft in Miranda Julys Welten einen viel zu lebensnahen und damit absurden Lauf.

Einen Trailer zu »The Future« gibt es derzeit leider noch nicht, wenn man aber Schlüsse aus den wenigen verfügbaren Filmstills ziehen kann, dann scheint der Film eine ähnliche Ästhetik und Stimmung zu transportieren, wie »Me And You And Everyone We Know«, zumal July auch in ihren anderen Arbeiten wie Prosa-Texten oder Performances auf die leisen, die Zwischentöne setzt.
Wer neugierig geworden ist, dem möchten wir an dieser Stelle unbedingt den Kurzgeschichtenband »No One Belongs Here More Than You« (auf Deutsch »Zehn Wahrheiten«) empfehlen. Außerdem lohnt sich unbedingt ein Besuch auf den Webseiten der Künstlerin und des eben erwähnten Buches, um einen Eindruck von Julys Arbeit zu bekommen.

Aber zurück zum Film: »The Future« feiert nämlich auf der am 10. Februar beginnenden Berlinale Europa-Premiere, nachdem der Film bisher ausschließlich beim Sundance Film Festival in den USA zu sehen war. Die Premiere  findet am 15. Februar im Berlinale Palast statt, weitere Vorführungen im Rahmen des Festivals sind für den 16., 17. und 20. Februar angesetzt. Mehr Informationen zu Zeit und Ort findet ihr hier.

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Miranda July
The Future

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  1. Wer etwas mehr über den Film lesen möchte – zu dem es noch immer keinen Trailer gibt, findet hier eine ausführliche Kritik: http://eingewisserblick.tumblr.com/post/3896204657/miranda-julys-the-future-berlinale-2011