17.10.2011 /
Von: Sabine /
Kategorie: Musik /
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Heute Abend ist Planningtorock zu Gast auf Kampnagel – unser heißer Tipp, um aus einem Montag das Beste rauszuholen. Drei Jahre hat sich Janine Rostron a.k.a. Planningtorock in ihrem Berliner Studio (und in einer dreiwöchigen Residenz auf Kampnagel) verschiedenste Instrumente und Sounds für ihr Album selbst eingespielt, mit dabei sind unter anderem auch LCD-Soundsystem Schlagzeuger Pat Mahoney und der isländischen Klang-Tüftler Hjörleifur Jónsson. Das Album »W« wird hoch gelobt: Hinter einem düsteren Schleier aus einer elektronisch verformten Stimme, elektronischen Pizzicato-Streichern und herunter gepitchten Beats scheine hier eine Welt durch, die ebenso faszinierend wie verstörend ist, schreibt Kampnagel treffend.
Los geht es um 21 Uhr, der Eintritt kostet 17 Euro. Vor Planningtorock wird außerdem rRoxymore spielen, noch so ein Kunstgeschöpf: »In ihrem Solo-Elektronik-Projekt produziert die Wahlberlinerin Hermione Frank hinter einer glitschigen Wrestling-Maske komplexe Basslines, die sich mit ihrem sonoren Keyboard zu schattenhaft pulsierenden Sounds verbinden.« – Das wollen wir sehen.
Info
Planningtorock
Support: rRoxymore
17. Oktober 2011, 21 Uhr
Kampnagel (Jarrestr. 20, Hamburg)
Eintritt 17 Euro
»Print ist tot« heißt es an allen Ecken. Das glauben wir nicht. Sicher, Gadgets wie iPhone, iPad, Kindl und Co. nehmen immer mehr zu, Nachrichten werden im Web konsumiert, Verlage müssen umdenken und unser Leseverhalten befindet sich im Umbruch. Aber das hat nicht das Aussterben von gedruckten Medien zur Folge, sondern eine Selektion im qualitativen Sinne. Denn was Bildschirme nicht leisten können, ist das sinnlich Erlebnis — Haptik, der Geruch und die Struktur des Papiers, Formate und Veredelungstechniken. Wir freuen uns über diese Koexistenz von Digital und Analog, denn wir wissen, dass wir vom Mehrwert beider Medien profitieren werden.
Ein sehr schönes Beispiel für Druckveredelung haben die Menschen von Paperlux geschaffen. Das neue Cover der Designzeitschrift Novum wurde von ihnen konzipiert und wir sind unglaublich begeistert. In dem Video findet ihr die digitale Begründung.
Ein Trailer versprüht Sehnsucht. Nach wie vor zentralster Marketing-Eumel einerseits, geht es doch immer auch um den Wunsch, endlich, nach Jahren des Darbens, dem einen Film, dem Film der Filme zu begegnen. Jenem, der den Durst für immer zu stillen vermag, der Erlöser, Heilsbringer, womöglich Seligsprecher ist und nicht weniger, als das beständige Versprechen von Erleuchtung und Wahrheit einlöst. Mit dieser Unmöglichkeit kämpft jeder Trailer. Und neuerdings auch mit der Diktatur des Spoilers. Manche Menschen sollen ja dazu übergegangen sein, Trailer wie die Pest zu meiden und sich dem Spiel mit der Verführung zu entziehen. Viel Glück & auf Wiedersehen!
Pünktlich zur wirklich wahren Kinojahreszeit gibt es hier eine kleine Sammlung Destilliertes, das von Bildern erzählt, die irgendwo dort draußen existieren sollen. Und gleichzeitig im Hintergrund ein kleiner Meta-Diskurs über die Bedeutung des einen Films, den jeder fährt, der einmal in seinem Leben in einem Kino saß. In zufälliger Reihenfolge (von wegen!), unkommentiert, Spielzeit insgesamt: 29:26 Min. Es sei denn, man guckt alle gleichzeitig. Dann aber bitte in laut.
Der Herbst ist in Hamburg angekommen – höchste Zeit also, den Kleiderschrank winterfest zu machen. Wer da beim Wühlen in den warmen Sachen der letzten Saison nur die Hände überm Kopf zusammenschlagen mag und seine Garderobe am liebsten einer Generalüberholung unterziehen möchte, dem hilft das LOKAL: Beim Swap am kommenden Sonntag wird getauscht was das Zeug hält, ungeliebte Kleidungsstücke bekommen doch noch eine Chance und ihr im Gegenzug schöne Dinge aus zweiter Hand. Und nicht nur das: Auch last season Modelle von Kauf Dich Glücklich und glore werden zu ertauschen sein.
Die aussortierten Teile werden zunächst (bis Freitag) bei Kauf Dich Glücklich in der Schanze (Susannenstraße 4) gesammelt oder direkt am Sonntag im LOKAL abgegeben und dort nach Zustand bewertet. Für die Anzahl der Punkte, die die abgegebenen Kleider einbringen, kann sich dann nach Lust und Laune an dem zusammengekommenen Klamottenberg bedient werden.
Wie der letzte Swap im LOKAL aussah, könnt ihr übrigens auf deren Facebookseite sehen.
Info LOKAL Swap
Sonntag, 16. Oktober 2011, ab 15 Uhr
Max-Brauer-Allee 207, HH-Altona
Eintritt 3 € (inkl. Getränkegutschein)
11.10.2011 /
Von: Malte /
Kategorie: Musik /
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Scott Matthew auf Kampnagel 2010 / Foto: Malte Metag
Wir freuen uns, denn am Mittwoch, den 12. Oktober, ist Scott Matthew wieder zu Gast in Hamburg, der bekanntlich zur Reihe unserer Lieblingsbarden gehört. Bereits vor einem knappen Jahr spielte er zusammen mit seinem Kollegen Spencer Cobrin aus seiner Band Elva Snow auf Kampnagel.
Seit seinem letzten Auftritt in Hamburg ist viel geschehen. Nach einer ausgedehnten Tour hat er im Frühjahr seine aktuelle Platte »Gallantry’s Favorite Son« aufgenommen, die seit Sommer draußen ist und die sich, wenn auch nicht so eingängig wie der Vorgänger »There Is An Ocean That Divides And With My Longing I Can Charge It With A Voltage Thats So Violent To Cross It Could Mean Death« von 2009, zu einer unserer liebsten Platten des Jahres avancierte.
Scott Matthew schafft es nur durch seine Stimme, eine Ukulele und mit seinen kleinen großen Songs Räume zu füllen, Gänsehaut zu erzeugen und unsereins zu einem fantastischen Abend zu verhelfen. Davon durften wir uns bereits überzeugen und so empfehlen wir dringend vorbeizuschauen!
Info
Scott Matthew live auf Kampnagel
12. Oktober 2011 / 20:00 Uhr
14,50 € VVK / 18,00 € AK
Affekt nimmt seine Aufgaben ernst. Die Balance zwischen Wochenendzerstreuung und unterhaltsamer Lebenshilfe soll sich im Gleichgewicht befinden. Darum ist die Designkolumne heute eine Ratgeberkolumne und bedient vier Zustände, die jeder visuell interessierte Mensch kennt.
1. Erster Zustand: Zeig’ mir was
Eigentlich möchte man beginnen. Man sitzt am Tisch, die Arbeitssoftware läuft, Getränke steht bereit. Was nun fehlt, ist manchmal eine Idee, manchmal ein Anhaltspunkt. Zuweilen auch der verhängnisvolle Schritt in die heilsame Drei-Stunden-Prokrastination. Für alle diese Dinge sind Moodboard-Blogs geeignet – man weiß nicht, was man bekommt, doch in jedem Fall wird es eine gehörige Menge bunten Durcheinanders sein. Bewegung setzt ein, es kann losgehen. Haw-Lin und Cold Rockin’ sind die ersten Anlaufstellen. Ich möchte dennoch heute Convoy empfehlen – eine stärker sortierte und thematisch zugespitze Auswahl, fast mit Magazincharakter. Ein erfreulicher Einstieg ins Tagewerk.
2. Zweiter Zustand: Früher wars auch nicht besser, aber schöner.
Die eigene Wohnung ist selbstverständlich nie in dem Zustand, in dem sie sein sollte. Der Tisch ist vollgekrümelt, die Stereoanlage ist häßlich und in Ikeaspanplatten eingesargt. herum. Wie gut tut da ein Blick auf Das Programm, die Website einiger Londoner Möbelsammler, die sich auf die Arbeiten von Dieter Rams spezialisiert haben. Alles hier stammt aus den Jahren 1966 bis 1995, also der Zeit, in der Rams für Braun und Vitsœ tätig war. Theoretisch könnte man sich hier auch einen SK5 (aka. Schneewittchensarg) ausleihen oder sogar kaufen. Wie gesagt, theoretisch. Für die meisten Tage sollte ein ausgiebiger Blick auf die schöne Website und ihre noch schöneren Inhalte genügen.
10.10.2011 /
Von: Sabine /
Kategorie: Musik /
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Hiphop? Nicht so richtig. Indie? Kann man auch nicht sagen. Folk? Alles nicht. Und doch irgendwie: genau all das. Mit intimen Texten, zynisch und morbide. Gesungen? Gerappt? Gesprochen? Irgendwas dazwischen. – Ist Musik doch ohnehin nur schwer erklär- oder kategorisierbar (wie all die Fantasiegenres, mit denen Musikjournalisten gern um sich werfen, beweisen – Exhibit A: Dockville-Programmheft) – Yoni Wolf führt uns an die Grenzen unseres Wortschatzes.
Aber diesen Monat lohnen das Ringen um Worte, das Aufzählen benutzter Instrumente und Techniken, das Beschreiben der Entwicklung von cLOUDDEAD bis zum letzten Why?-Album 2009 noch weniger als ohnehin schon, denn diesmal wird alles anders: Eine Acoustic Piano Tour steht an, die Band um die Brüder Wolf wurde auf ein Akustik-Trio reduziert, die Säle bestuhlt. Wer jetzt den Rock’n'Roll vermisst: Den gab es rund um den von sich selbst als Antihelden inszenierten Yoni Wolf ohnehin nie. Gott sei Dank. Und so wird es auch akustisch, auch im bestuhlten Raum garantiert so fantastisch werden, wie es in den vergangenen Jahren war.
Eröffnen wird die Konzerte übrigens Serengeti vom Why?-Label Anticon, dessen aktuelles Album von Yoni Wolf mitproduziert wurde.
Zusammen mit Kampnagel verlosen wir 2x 2 Tickets für das erste Deutschland-Konzert der Tour am 20. Oktober in Hamburg. Um zu gewinnen, schickt bitte bis zum 16. Oktober, 18 Uhr eine Email mit dem Betreff »Why?« und ein paar netten Worten an info∆affektblog.de. Vergesst bitte euren vollständigen Namen nicht, damit er im Fall der Fälle auch direkt auf die Gästeliste wandern kann. Viel Glück!
Tour
20. Oktober | Hamburg | Kampnagel
27. Oktober | Bochum| Bahnhof Langendreer
28. Oktober | Berlin | HBC
29. Oktober | Berlin| HBC
Die Enden der Welt sind bereits erkundet, jetzt geht es musikalisch auf die Reise: Universalgelehrter, Charmebolzen und Plaudertasche Roger Willemsen lädt zum kommentierten Ritt durch seine Plattensammlung. Am 19. Oktober kramt DJ Willemsen im Rolf-Liebermann-Studio wieder vor Publikum in seinen liebsten Jazz- und Klassik-Kompositionen, entdeckt Bezüge, reißt Genregrenzen ein und weiß garantiert das ein oder andere amüsante Anekdötchen zu berichten.
Weit über hundert Komponisten hat Willemsen seit seiner ersten Ausgabe vorgestellt, immer neue Konstellationen gefunden und neue Wege beschritten, Werke in Beziehung zueinander zu setzen. In der nächsten Ausgabe etwa vergleicht Willemsen die Pause in einem barocken Tanz mit der Pause in einer Strömung des durchkomponierten Jazz, die als ‘third stream’ bezeichnet wurde. Er beschreibt die Entstehung und die Überwindung der Melodie bei Rachmaninow und Bill Evans, die musikalische Artikulation der Schwermut bei Schumann und Keith Jarrett. Vor allem aber gibt es wieder zahlreiche Entdeckungen zu machen und neue Wege zur Musik zu einzuschlagen.
Klingt so, als gäbe es für uns einiges an Neuland zu entdecken. Aber mit Roger Willemsen gehen wir überall hin.
Info
Roger Willemsen legt auf
Mittwoch, 19. Oktober 2011, 20.00 Uhr
Rolf-Liebermann-Studio (Oberstraße 120, HH-Rotherbaum)
Eintritt: 14,- Euro, bzw. 10,- Euro ermäßigt (jeweils zzgl. 10% VVK-Gebühr)
Die zwölfte Ausgabe wird am 14. Dezember stattfinden.
Dass auf den großen Bühnen des Theaters und der klassischen Musik neben den altbekannten Namen und Stücken Platz für Pop gemacht wurde, ist ein alter Hut. Alben der heiteren bis groberen Populärmusik werden gerne mit Symphonieorchestern in Szene gesetzt. Wer hat bei diesem Satz nicht sofort die Dramatik von November Rain im Kopf? Ebenso gern spielen Orchester ganz ohne Band ein Best Of deren Stücke ein, wie das Royal Philharmonic Orchestra London, das sich schon an Oasis und R.E.M. verging.
Diese Geschichte zwischen Pop und öffentlichen Bühnen nahm in den letzten 20 Jahren immer ernstere Formen an. Wenngleich große Konzertsäle bereits Kabarett und Kaisermania sahen – Bands, denen man das Schildchen Indie anhängen kann, sollten lange nicht die Bretter, die Sie wissen schon was bedeuten, betreten. Und mittlerweile wird Gitarrenpop nicht nur als Zwischenmusik für Pausen gehobener Events gebucht, nein, die Badezimmer der großen Häuser haben sogar schon die Zahnbürste für den Pop ans Waschbecken gestellt. Punks werden zu Regisseuren, Gitarristen zu Dirigenten, DJs arrangieren Klassik neu.
05.10.2011 /
Von: Sabine /
Kategorie: Gesellschaft /
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Auch ein Traditionsblatt wie die »New York Times« muss sich den neuen Medien stellen. Der Dokumentarfilmer Andrew Rossi erhielt ein Jahr lang Zutritt zur Nachrichtenredaktion der Zeitung, nahm an den Seite-Eins-Konferenzen teil und erlebte hautnah den Umgang der Mitarbeiter mit einschneidenden Ereignissen in dieser Zeit: Aufstieg und Fall von Wikileaks, der Siegeszug von Twitter und der Einbruch des Anzeigenmarkts im Printgeschäft. Entstanden ist der Film »Page One – Inside the New York Times« – eine einzigartige Innenansicht, die the Gray Lady im Konflikt zwischen Recherche- und Echtzeitjournalismus zeigt: Geht am Ende doch beides irgendwie zusammen?
Der Film wird am Donnerstag und Freitag auf dem Filmfest zu sehen sein, besonders interessant wird aber wohl das dazugehörige Panel »Die Zukunft der Presse im digitalen Zeitalter« werden. Die Diskussion, veranstaltet vom Freitag und moderiert von Matthias Dell (den wir schon allein für seine wöchentlichen Tatort-Abrechnungen lieben!), fragt nach den Herausforderungen des Printjournalismus, der sich zwischen Sparzwang und dem einerseits bedrohlichen, aber auch Möglichkeiten bietenden Internet neu positioneren muss. Der Eintritt zum Panel ist frei.
Vorführungen: »Page One – Inside the New York Times«
6. Oktober | Abaton | 19 Uhr
7. Oktober| Passage Kino | 19 Uhr
Panel Der Freitag diskutiert: »Die Zukunft der Presse im digitalen Zeitalter«
Mit Volker Lilienthal (Uni Hamburg, Journalistikprofessor),
Gisela Tuchtenhagen (Dokumentarfilmemacherin) und
Simone Schellhammer (freie Journalisitin und Fernsehkritikerin)
Moderation: Matthias Dell
6. Oktober 2011, 17 Uhr, Festivalzelt auf dem Allendeplatz (vor dem Abatonkino)
Eintritt frei!