Affekt — Blog für Kultur und Relevantes - Part 18

Jeder, zumindest in Deutschland, hat Arbeiten von Otl Aicher gesehen. Er zählt zu den relevantesten Gestaltern des 20. Jahrhunderts und war neben Designern wie Paul Rand und Anton Stankowski Wegbereiter des Corporate Designs. Sein Leben war bewegend, geradezu filmreif.

1922 wurde Aicher in Ulm geboren. Den Nationalsozialisten stand er kritisch gegenüber, weigerte sich der Hitler-Jugend beizutreten und erfuhr dadurch Repressalien wie die Aberkennung seines Abiturs. In engem Kontakt stand er mit Werner Scholl, Bruder von Sophie und Hans Scholl, die als Mitglieder der »Weißen Rose« Flugblätter gegen die Nazidiktatur verbreiteten und 1943 durch die Guillotine hingerichtet wurden. Schwester Inge Scholl heiratete er sieben Jahre nach Ende des Krieges.

Aicher wurde 1941 in die Wehrmacht einberufen. Um den Kriegsdienst entkommen zu können, verletzte sich Aicher selbst, desertierte 1945 und versteckte sich vor den Nazis.

* * *

Nach dem Krieg begann Aichers beeindruckende gestalterische Laufbahn. Er studierte Bildhauerei in München, eröffnete sein Atelier in Ulm und war Mitbegründer der Ulmer Volkshochschule. Ganz nebenbei bereitete er zusammen mit seiner Frau und der Schweizer Design-Ikone Max Bill die Gründung der Hochschule für Gestaltung vor, die 1953 öffnete und wo er zunächst Dozent für Visuelle Kommunikation und nach dem Austritt Bills, Rektor wurde. Gastprofessuren in Yale und Rio de Janeiro folgten.

Die gestalterischen Arbeiten prägten das visuelle Deutschland jener Zeit und haben an Strahlkraft nicht verloren. Er entwickelte den gesamten Auftritt für die Olympischen Spiele 1972 in München: Das Logo, das später für die Glücksspirale »recycelt« wurde, die dynamischen Piktogramme, die auch noch jahrelang in der ARD Sportschau Verwendung gefunden haben und Waldi, das Maskottchen – der Dackel in Regenbogenfarben.

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Willemsen legt auf XIII | Verlosung

Rund alle drei Monate öffnet unser Lieblings-Neunmalklug, Charmebolzen und Plaudertasche Roger Willemsen die Türen des Hamburger Rolf-Liebermann-Studios, um sich dort bei der Aufzeichnung seiner NDR-Radiosendung »Willemsen legt auf« über die Schulter blicken zu lassen. Mitte Oktober haben wir die elfte Auflage der Veranstaltung nicht nur angekündigt, sondern ihr auch beiwohnen dürfen: Über zwei kurzweilige Stunden lauschten wir im Hörsaal-ähnlichen Studio – das gemäß Willemsens Status als Publikumsliebling voll besetzt war – ausgewählten Stücken aus Jazz und Klassik und, noch viel schöner, Willemsens beeindruckenden, fachkundigen und vor allem anekdotenreichen Ausführungen zu den Musiken. Jeweils ein klassisches und ein Jazz-Stück zu einem Thema – seien es Tier-Motive, vertonte Dampfnudelrezepte oder verschiedene Variationen einer Melodie – schneidet Willemsen gegeneinander und stellt so über Genregrenzen hinweg Bezüge her und arbeitet Unterschiede heraus.

»So trifft ein ‘Blues’ betiteltes Stück der neuen Musik auf einen früher komponierten Blues aus dem Jazz, und selbst die Spieluhr findet sich in der russischen Musikliteratur des 19. Jahrhunderts so sicher wie beim Jazz-Lyriker Bill Evans. Das Publikum der Reihe, die auf NDR-Kultur Kult-Status errang, folgt Willemsen auch in die entlegenen Gebiete von Klassik und Jazz. Es macht sich gefasst auf Entdeckungen, lernt neue Komponisten kennen, hört bekannte in ihren unbekannteren Werken oder hört sie mit anderen Ohren: Ljadow und Spohr, Garland und Kabalewskij, Rameau und Abdullah Ibrahim.« (NDR Kultur)

Natürlich sind wir auch bei der 13. Ausgabe von »Willemsen legt auf« am 2. März dabei – und möchten auch euch diese Gelegenheit nicht vorenthalten: Gemeinsam mit NDR Kultur verlosen wir 2x 2 Karten für den Abend! Wer mit Begleitung Roger Willemsen live und in Farbe erleben möchte, der schickt bis zum 28. Februar, 16 Uhr eine Email mit dem Betreff  »Willemsen« an info(∆)affektblog.de. Bitte gebt euren vollständigen Namen an, damit wir ihn im Fall eures Losglücks an den NDR weiterleiten können. Viel Glück!

Die Aufzeichnung des Abends wird (in etwas gekürzter Form) am Freitag, den 16. März um 20 Uhr auf NDR Kultur gesendet.

Info
Willemsen legt auf XIII
2. März 2012, 20 Uhr
Rolf-Liebermann-Studio des NDR
Oberstraße 120, HH-Rotherbaum
Eintritt: 14 Euro (ermäßigt 11,20 Euro)

Links
Roger Willemsen
Veranstaltung auf NDR.de

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Heute erscheint der neue Roman »Imperium« des Schweizer Literaten Christian Kracht. Bedauerlicher Weise war es unserem Kolumnisten und Kracht-Anhänger Elias unmöglich vorab ein Exemplar zu ergattern und an dieser Stelle und zu diesem Moment eine Rezension zu verfassen – aus Gründen.

Die glücklichen Feuilletonisten der Leitmedien, die bereits Exemplare vom Verlag erhalten hatten, sind sich uneins. Von Rassismus ist da die Rede, »Türsteher der rechten Gedanken« wird er genannt. Kracht wird verdammt, Kracht wird bejubelt.

Aufgrund der oben ausführlich genannten Umstände blickt Elias nun auf drei ältere Werke Krachts zurück: »Ich werde hier sein im Sonnenschein und Schatten«, »1979« und auf die Sammlung »Tristesse Royale«. Dies sind nur drei von vielen Gründen, warum sich Elias auf »Imperium« freut. Jedem, dem die Schriften Krachts nicht bekannt sind, seinen diese Publikationen anempfohlen.

Foto: Kiepenheuer & Witsch

Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Ein Roman der die Geschichte Europas neu erfindet – düster und poetisch

Lenin ist nie in der Sowjetunion angekommen, stattdessen ist er Architekt einer Schweizer Sowjetrepublik. Die Eidgenossen regieren weite Teile der Welt und schreiben Geschichte – kompromisslos, kommunistisch und technokratisch. Seit 96 Jahren wird Krieg gegen den deutsch-englischen Faschismus geführt – der Frieden ist ein Fremdwort, eine Utopie. Das Herz der Alpenrepublik ist das »Réduit«, eine scheinbar unbezwingbare Festung aus Stahl und Beton tief in den Felsen der Berge. Die Soldaten kommen aus dem von der Schweiz kolonialisierten Afrika. Die heutige Supermacht Amerika heißt Amexiko und spielt in vollkommener Selbstisolation maximal eine Statistenrolle.

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Zusammen mit Kampnagel verlosen wir 2x 2 Karten für die Premiere von »Insistieren« des Regieduos Gintersdorfer/Klaßen. Seit 2005 entwickeln Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen Projekte, in denen sie Lebensstrategien und Ausdrucksformen der Darsteller zum Zentrum machen und mit eigenen Strategien und Ästhetiken konfrontieren. Dabei geht es nicht um Erfundenes oder Symbolisches, weder auf der Text-, Spiel oder der Materialebene. Stattdessen wird eine möglichst direkte Übersetzung von Leben ins Theater und zurück angestrebt.

»Als Ausgangspunkt beschreiben die vier Darsteller einen Moment der Umwendung in ihrem Leben. Es geht um die Konstruktion von Biografie und Philosophie anhand eines ganz präzisen Moments, eines einmaligen Ereignisses.

Der Filmemacher Peter Ott stellt sich Heideggers ‘Sein und Zeit«’im Hinblick auf die beschränkte Dauer eines Menschenlebens. Revolution ist für Peter Ott, sich mit dem Skandal des Todes nicht abzufinden und sich stattdessen gegen die Zeitlichkeit einer Gegenwart aufzulehnen, die in ihrer Unvereinbarkeit mit der Dauer grundsätzlich falsch eingerichtet ist.
Der ivorische Sänger Skelly glaubt an Vorsehung und das Schicksalhafte. Die spirituellen Dimensionen des Alltags gehören für ihn zur Routine. Im Oktober 2010 sieht und hört Skelly zum ersten Mal Jimi Hendrix auf youtube. Er begegnet seiner Kopie und nimmt an, als Jimi Hendrix in Abidjan wieder auferstanden zu sein.
Für Gotta Depri ist ‘die ekelhafte Unterwerfung unter die Realität’ (Badiou) ein Spaß, weil er so seine Zukunft partiell berechnen kann. Darin liegt eine intellektuelle Herausforderung. Er sagt, er ist dem Tod schon dreimal entronnen.

Skelly, Hauke Heumann, Gotta Depri und Peter Ott zeigen einen diskontinuierlichen Denkprozess zwischen Dialog und Konzert, der sich an Heidegger und Hendrix abarbeitet: gesungen, geschrien, getanzt.«

Um für die Premiere am 23. Februar Karten für sich und eine Begleitung zu gewinnen, schickt bis zum 19. Februar, Mitternacht, eine Email mit dem Betreff  »Insistieren« an info(∆)affektblog.de. Bitte gebt euren vollständigen Namen an, damit wir ihn im Fall eures Losglücks auf der Gästeliste platzieren können. Viel Glück!

Info
Gintersdorfer/Klaßen: »Insistieren«
23.-25. Februar 2012, jeweils 20 Uhr
Kampnagel (Jarrestr. 20, Hamburg)

Links
Kampnagel
Gintersdorfer/Klaßen

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Mohna »The Idea Of It« | Verlosung

Mona Steinwidder ist nicht nur Teil des Elektropop-Trios Me Succeeds und des Labelkollektivs i saw music., mit zusätzlichem H im Vornamen ist sie auch als Solokünstlerin unterwegs. Nach ihrem 2009 erschienenen Solo-Debüt »1985-1994«, das ihre ersten Lebensjahre zum Thema hat, erscheint am 17. Februar ihr zweites Album bei Sunday Service. Das in Eigenregie aufgenommene und produzierte Werk mit dem Titel »The Idea Of It« ist teils am E-Piano, teils am Steinway-Flügel entstanden.

»Mit ihrem zweiten Album The Idea Of It liefert Mohna nicht nur ein Stück Musik. Sie gibt uns Vermutungen über das Menschsein mit all seinen Tücken – vielleicht konkreter als es auf den ersten Blick erscheint. Die Kunst ihrer Arbeit liegt darin, das Einfache zu bewahren, trotz aller Verlockungen und Möglichkeiten. Wir hören elf minimalistisch arrangierte Songs – ein fast mantraartiges Klavierspiel, Klarinette, Schläge gegen das Mikrofon und viele andere eigensinnige Instrumente, einschließlich ihrer geliebten Marotten. Zusammengehalten von einer Stimme, warm und sanft, bange klagend und kraftvoll, fast trotzig und auffordernd, je nachdem wo wir uns gerade befinden. Immer wieder tauchen kurze Pop-Momente auf, doch diese beweisen genug Zurückhaltung, um sich in ihrer Gefälligkeit nicht zu verlieren.« (Sunday Service)

Die Single »To Do«, die wieder von Max Moertl in ein Video übersetzt wurde, ist bereits am 3. Februar erschienen. Das Album »The Idea Of It« stellt Mohna am 16. Februar, einen Tag vor der offiziellen Veröffentlichung, beim Release-Konzert im Uebel&Gefährlich vor.

Zur Veröffentlichung verlosen wir zwei Exemplare von »The Idea Of It«. Wer eine CD gewinnen möchte, schickt bis zum 17. Februar, 13 Uhr  mit dem Betreff »Mohna« an info(∆)affektblog.de. Nette Worte und eure Adresse nicht vergessen, damit das Album den Weg zu euch findet. Viel Glück!

»The Idea Of It«-Release-Konzert
mit I Was A Teenage Vampire und Lorin Sylvester Strohm
16. Februar 2012, ab 21 Uhr
Uebel & Gefährlich (Turmzimmer)

Links
Mohna
Myspace

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Christian Löffler »Aspen«

Christian Löffler hat uns 2010 mit der »Raise EP« viel Spaß bereitet. Jetzt erscheint bei Ki sein Debüt-Album »A Forest«. Als Vorgeschmack gibt es die Single »Aspen« und wer hierbei an ein poshes Skigebiet in den Staaten denkt, der irrt. Es ist eine Hommage an Löfflers Heimat in Norddeutschland.

Laut Pressemitteilung hat Löffler Bäume (»Aspen« nämlich) in einem Wald nahe Darss aufgenommen. Weiter heißt es:

»The landscape near Darss is characterized by signs of storm and rough sea climate, but is also considered as a popular health resort in Germany. The tracks on »Aspen« create this contrary atmosphere: Noise and silence, destruction and peacefulness, electronic sounds and traditional instruments unite in harmony.«

Wir sind angefixt und freuen uns auf das Album, das am 20. Februar erscheinen soll.

Links
Christian Löffler auf Facebook
Christian Löffler bei Soundcloud

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Die Türen »ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ«

Vielleicht wurde den Türen von der Spex untersagt, an ihrem Protestsong-Wettbewerb teilzunehmen. Andere Einsendungen wären dann wohl aus geblieben, denn niemand hat es wie die Band drauf, unkompliziert Sozialkritik in die Wortspielhölle zu führen und mit Hit-Melodien zu unterlegen. Aus welchem Jahrzehnt die Melodie kommt, ist dann auch nebensächlich. Hauptsache das Gefühl und die Bridge stimmt.

Und das ist der Fall auf dem am 10. Februar erschienenen »ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ« – einer Platte, die nicht mit Kryptik verwirren will, sondern zum Titelselbstbasteln einlädt. Seit dem letzten Album »Popo« sind fünf Jahre vergangen, doch die Türen machen in gleicher Diskurs-und-Soul-Weise weiter wie 2007. Jetzt geht es nicht mehr um In-die-Stadt-Ziehende sondern die, die in der nächsten heißen Lebensphase angelangt sind – der Überbrückung zwischen Exmatrikulation und Rentenantritt.

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Superpunk – Das Feuerwerk ist vorbei

»Nach 15 Jahren lösen sich Superpunk 2012 auf. Eindeutiger Fall von zu viel Erfolg. Aber wer will es ihnen verdenken? Man muss sich doch auch mal in Andere hineinversetzen: Was für Ziele hat man denn noch, wenn man alles erreicht hat? Wenn es keine Herausforderungen mehr gibt? Wenn man wirklich ganz ganz oben angekommen ist? Eben. Die Fünf von Superpunk waren ja immer so was wie die letzten Abenteurer. Sie brauchen das Neue, das Unbekannte, das Gefährliche wie andere die Luft zum Atmen. Was man ja auch an ihrer ‘Musik’ gehört hat. Und so sagen Superpunk nun ‘Ciao, Bye Bye, Servus’.«

Da gehen sie hin, die Top Old Boys, und wir vermögen uns unserer Tränen nicht zu erwehren. Doch nichts ist vorbei, bevor es vorbei ist: Im Mai und Juni ziehen Superpunk nochmal auf der »A bisserl was ging immer«-Tour durch sieben deutsche Großstädte.

Tour
24. Mai |  Essen |  Zeche Carl
25. Mai | Köln |  Gebäude 9
26. Mai |  Frankfurt/Main | Zoom
27. Mai | München |  Atomic
28. Mai|  Stuttgart |  Schocken
1. Juni |  Berlin |  Festsaal Kreuzberg
2. Juni |  Hamburg |  Knust

Links
Superpunk
Tapete-Ticketshop

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Wenn man in London unterwegs ist, gibt es in der Regel sehr viel zu tun. »Ins Kino gehen«, sollte mit auf die Liste. Entweder, nur zum Beispiel, pflanzt man sich auf ein Sofa im Aubin Cinema in Shoreditch oder besucht eine der vielen Spezialvorstellungen im British Film Institute oder… man tut sich den Gefallen und steuert das IMAX-Kino vom BFI an – die größte Leinwand Englands.

Für mich im Vorfeld ein fast mythologisches Erlebnis, machte sich anfangs ein klein wenig Enttäuschung breit: Von außen betrachtet, gibt das Gebäude ja nicht viel her. Nur ein weiterer anonymer moderner Kasten, in diesem Fall rund, Multiplex-Ketten oder anderen Veranstaltungsorten nicht unähnlich. Und auch der Einlass macht wenig Eindruck. Etwas zurückgenommener als Cinemaxx & Co., weisen nur einzelne Plakate und hier und dort angebrachte BFI-Logos über die Beliebigkeit des Ortes hinaus. Auf dem Weg in den Kinosaal schleicht man an einer unaufgeregten Plakette vorbei: »This cinema was opened by His Highness The Prince of Wales« . Aha! Hier sollte es nun passieren: Der etwas mehr als durchschnittliche »Mission Impossible 4« sollte für meine Begleitung und mich Testobjekt, Laborratte und Wahrnehmungsexperiment sein.

Das Beweisfoto: Kolumnist Jan-Eike hat die größte Leinwand Englands gesehen

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Ein Abend mit Klaus Lemke

Plakat: www.herrmetag.de

Der, man glaubt es kaum, mittlerweile 72-jährige Klaus Lemke ist eine Legende des deutschen Independent-Kinos und vielen durch die Kiez-Geschichte »Rocker« bekannt.

Nun protestiert er zusammen mit seiner Hauptdarstellerin Saralisa Volm, dass sein erster Hauptstadtfilm seit Jahrzehnten »Berlin für Helden« nicht auf der Berlinale gezeigt wird.

Der Münchner Underground-Filmer, der als einziger in Deutschland die Abschaffung jeglicher Subventionen fürs Kino fordert, wird auch seinen ganz persönlichen »Occupy-Berlinale«-Abend gestalten.

Das Campingplatzkino, das neun Wochen lang die Reihe »Low-Budget-Cinema« im .HBC in Berlin veranstaltet hat, lädt nun zum Abend mit Klaus Lemke. Gezeigt werden dort »13 x Glück«, einen Zusammenschnitt aus 50 Jahren Lemke-Kino und die 40 minütige Dokumentation »Never go to Goa« von 2001, die auf absurd-komische Weise das Scheitern seines eigenen Dokumentarfilmprojekts im indischen Hippie-Paradies beschreibt.

Zwischen den beiden Streifen wird Lemke in einem Publikumsgespräch erklären, warum das bis an die Zähne subventionierte deutsche Kino der – so Lemke – »Top-Langweiler der ganzen Filmwelt« ist. »Wir haben die besten Autos, die schönsten Mädchen und Filme wie Grabsteine«, so der Independent-Regisseur. Nicht ohne ein Augenzwinkern fügt der 72-jährige hinzu: »Aber hey: es gibt Hoffnung. Mich.«

Danach geht’s weiter mit einer Party und DJs an der Bar des .HBC.

Ein Abend mit Klaus Lemke im .HBC
Samstag, 11. Februar, 21:00 Uhr
Eintritt: 3,00 Euro

.HBC
Karl-Liebknecht-Straße 9,
Berlin-Alexanderplatz

Links
Campingplatzkino auf Facebook
.HBC

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