Affekt — Blog für Kultur und Relevantes - Part 4

Als ich zum ersten Mal bewusst einen Film von Richard Lester gesehen habe, war es ähnlich wie zum ersten Mal Sonic Youth hören: Oh ja, da ist was Gutes, aber das wird noch überlagert. Ein Ausdruck, dem man sich annähern möchte, weil er zu einem spricht. Etwas, das man bald gut kennen möchte. Und etwas, das bisher gefehlt hat.

Ich weiß meistens nicht, warum jetzt. Wieso ausgerechnet jetzt Lester? Keine Ahnung, mit Lester befindet man sich auf jeden Fall nicht in im  Zentrum irgendeiner Debatte, und vielleicht reicht das ja schon – der Schnatterfaktor um Richard Lester ist relativ gering. Ihn umweht eher Stille. Bei Sonic Youth und mir war das ähnlich: Sie waren eigentlich vorbei, als ich anfing, sie gut zu finden, aber sie waren auch noch nicht vorbei genug, um wiederentdeckt zu werden. Lester war und ist so vorbei, wie einer der vielen öden fünften Beatles nur vorbei sein kann: Nie richtig weg, aber bestimmt auch nicht ganz da.

Immer dabei: Eine von vielen, vielen Nonnen

Richard Lester ist gebürtiger Amerikaner, begann seine Karriere aber im britischen Live-Fernsehen. Das Interesse fürs Kino kam wegen der Möglichkeit eines zweiten Takes, wie er selbst sagt. Den Kurzfilm »The Running Jumping & Standing Still Film« (1960) drehte er mit Freunden (z.B. Peter Sellers) eigentlich nur, um sich mit der Filmkamera vertraut zu machen, aber, hey, es waren die Sechziger, und er bekam eine Oscar-Nominierung. Über diesen Kurzfilm wurden die Beatles auf ihn aufmerksam und sie engagierten ihn für »A Hard Day’s Night« (1964), dank dem Lester nachträglich zum Erfinder des Musikvideos erklärt wurde. Eine für ihn zweifelhafte Ehre, der er sich bis heute tapfer widersetzt. Denn obwohl seine Filme vor krudem Humor teilweise übersprühen – der Mann meint es bitterernst.

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Der Super Bowl ist in Amerika aus drei Gründen eines der größten Events der Staaten. Dass es sich dabei um das Finale der 1. American-Football-Liga handelt, ist vielleicht der kleinste davon. Großes Interesse gilt den Werbeblöcken, in denen 30 Sekunden schonmal 4 Millionen Dollar kosten können, und zuvorderst der fulminanten Halftime-Show, die in jedem Jahr von einem bis einer Reihe von Star/s bestritten wird. Vor 1991 war das noch nicht so, bis zu dem Jahr unterhielten Marschkapellen in der Halbzeit. Dann wurden im Rahmen einer beängstigenden Disney-Show New Kids On The Block gebucht, und mit dem Auftritt von Michael Jackson 1993 war klar: Der Super Bowl und Pop, die hätten schon immer ein Paar sein müssen.

Das wurde am Sonntag ein weiteres Mal belegt, als Beyoncé knapp 14 Minuten lang allen zeigte, was für ein umwerfender Mensch sie ist. Mit dabei hatte sie eine beeindruckende Choreographie, die auf gute Weise furchteinflößend statt schlicht sexy war und ihre All-Woman-Band Suga Mama. Die Resonanz auf dieses Konzert war wie zu erwarten groß und reichte von allerlei negativem Feedback, teilweise rassistischer Natur, über Erschütterung ob ihrer Freizügigkeit bis zu Anerkennung, Begeisterung, Jubel und Verzückung. Soweit nichts Neues.

Neben dem Online-Gerede über vermeintlich unvorteilhafte Fotos, die von Beyoncé während der Show gemacht wurden – Buzzfeed veröffentlichte »The 33 Fiercest Moments From Beyoncé’s Halftime Show« und das PR-Team der Musikerin bat ums Löschen dieser Bilder – bekam ein seit Jahren diskutiertes Thema neuen Schwung: Ist Beyoncé ein beeindruckendes, fortschrittliches Vorbild für Frauen in der Öffentlichkeit, insbesondere im Popgeschäft, oder reproduziert sie wie viele andere Stars altbekannte Klischees von gutem Aussehen und aufreizendem Auftreten und garniert diese lediglich am Rand mit der Forderung nach starken Frauen?

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Fynn Steiner Superstar im Interview

Fynn Steiner / Foto: Robin Hinsch

Als Teil des Hamburger Künstlerkollektivs »Krautzungen« sind einzelne Arbeiten von Fynn Steiner regelmäßig im Rahmen der von der Gruppe organisierten Kunstfestivals zu sehen, auf Papier, Leinwand oder Bühne. Im Februar widmet sich nun erstmals eine umfassende Einzelausstellung dem Gesamtkunstwerk »Fynn Steiner Superstar« und vereint seine Arbeiten aus den unterschiedlichen Bereichen. Wir haben mit Fynn Steiner über seine Arbeit und die aktuelle Ausstellung »Magnificent Dreams« gesprochen.

Fynn, du bist Superstar. Dennoch kennen dich noch nicht alle unsere Leser, stell dich doch mal kurz vor.

»Vor zwei Jahren hatte ich mit meiner Band Die schmutzige Schönheit der Natur ziemlichen Erfolg, unter anderem wurden wir in Berlin als die Band mit dem originellsten Bandnamen der Saison gehandelt. Wir haben uns da massiv überschätzt und lange vergeblich versucht, mit Tobias Levin eine Platte aufzunehmen. Es hat nicht sein sollen, aber bei vielen Leuten ist dieser Gestus, dieses Auftreten im Kopf geblieben, unter anderem auch bei Joachim Franz Büchner, mit dem ich inzwischen  in der Band Der Bürgermeister der Nacht spiele. Und weil ich nicht nur Musik mache, sondern auch regelmäßig an der Lesereihe ‘Die Gedanken sind Blei’ im Grünen Jäger teilgenommen hab und auch früher schon Bilder ausgestellt habe, hat Joachim hat das alles auf den Begriff Superstar gebracht. Dem möchte ich mich nicht verwehren. Im Gegenteil, ich finde, das ist auf jeden Fall zutreffend und so sollte man mich auch kennen: Als Superstar.«

Du bist also Musiker, Künstler und Autor – was dürfen wir jetzt von deiner ersten Einzelausstellung erwarten?

»Alles. Wenn etwas für mein Leben bezeichnend ist, dann, dass ich mich nicht entscheiden kann. Und deswegen ist dann auch alles auf einmal da. Man wird meine Collagen, meine Malerei und eine Videoinstallation sehen können, man wird einen Auszug aus meiner neuesten Kurzgeschichte lesen und hören können, und auch meine Musik. Neben den Texten, die ich ausstelle, werden nämlich auch Der Bürgermeister der Nacht und Die schmutzige Schönheit der Natur auftreten.«

In allem, was du in »Magnificent Dreams« zeigst, geht es immer wieder um den Mythos des Superstars, um dessen Entstehung und Konstruktion. Wie sieht das konkret aus?

»Das ist zum Beispiel der Inhalt der Collagen. Da kreuze ich ein Dashiell-Hammett-Zitat mit John Coltrane und baue daraus ein völlig neues Bildwesen. Ich sehe mich da stark in der Rolle eines Weltenbauers, der Dinge zusammenfügt, die schon längst hätten zusammen sein sollen. Das, was es erschafft, sind auch alles eigene Stars und zusammengenommen bin das dann ich, wenn man das übereinander legt.«

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Analog ist besser

Dirk von Lowtzow, Rick McPhail, Arne Zank und Jan Müller

von Christian Dittloff

»Hey, jetzt bin ich alt« – mit diesen Worten beginnt das neue Album von Tocotronic. »Wie wir leben wollen« läutet ein doppeltes Jubiläum ein: Das zehnte Studioalbum im zwanzigsten Bandjahr.
Der Verweis auf das Altsein mag denjenigen überraschen, der Tocotronic noch immer für ihre jugendliche Attitüde, für das etwas zickige Beschweren und die Thematisierung junger Subkultur kennt. »So jung kommen wir nicht mehr zusammen«, »Wir kommen um uns zu beschweren«, »Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein« – das alles ist lange vorbei. »Doch«, erklärt Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow, »wir mögen es, wenn Stücke des neuen Albums in Verbindung mit ganz alten Liedern stehen und auf einmal neue Dimensionen aufgemacht werden.« Ein Gesamtwerk befindet sich nun einmal immer im Fluss, so heißt es auch in dem neuen Stück »Neutrum«: »Ich habe mehr als tausend Seiten, ich bin ein fließender Roman.« Ganz nebenbei: Kann jemand eine erfolgreiche deutsche Band der Gegenwart nennen, die auf diese Weise arbeitet? So Sonic-Youth-mäßig, mit kontrastierenden Schaffensphasen, permanenter Selbstreferenz und eigener Poetik?

Veränderung gibt es im tocotronischen Universum nicht nur im Vergleich zur frühen Phase, in der jedes zweite Songtitel mit »Ich…« begann. Auch im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit zeugt »Wie wir leben wollen« von einem andauernden Wunsch zur Bewegung. Die letzten drei Alben werden von der Band als »Berlin-Trilogie« bezeichnet – drei Alben geprägt von Rock-Minimalismus und destruktiver Rohheit mit richtigen Gitarrenwalzen.

Auf dem neuen Album tritt an die Stelle dieser Rohheit ein artifizieller, flirrender Sound, dessen Ästhetik viel mit den Aufnahmebedingungen zu tun hat. Tocotronic-Produzent Moses Schneider hat in Erfahrung gebracht, dass in den Berliner Candy-Bomber-Studius auf dem Gelände des alten Tempelhof-Flughafens eine analoge Telefunken-T9-Vier-Spur-Tonbandmaschine aus dem Jahr 1958 zu finden ist. Und obwohl Tocotronic auf dem 1994er Debüt noch »Digital ist besser« ausriefen, nahmen sie »Wie wir leben wollen« mit Hilfe dieser analogen Rarität auf: »Wir wollten ein Album mit einer Technik aufnehmen, die zuletzt in den späten sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Einsatz kam«, sagt Bassist Jan Müller und Sänger Dirk von Lowtzow ergänzt: »Der Wunsch damit aufzunehmen kam auch aus dem Fantum zu den Platten dieser Zeit: Beatles, Beach Boys, die auch mit Hall und Echo, also artifiziellem Klang gearbeitet haben.«

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»Beschlagene Scheiben«

Freund des Hauses und LoFi-Barde _pappmaché liefert uns derzeit den Soundtrack zu diesem eigenwilligen Winter. Den sehr hübschen Song »Beschlagene Scheiben« und das wunderbare Video dazu möchten wir Euch an dieser Stelle ans Herz legen – zum aufwärmen.

Noch besser als auf dem Bildschirm kommt der smarte Beau auf der Bühne. Man sollte also Schal und Mütze bereithalten und sich im Schneegestöber auf den Weg machen und eines seiner anliegenden Konzerte zu besuchen. Zusammen mit dem nicht minder hübschen Tobias Noormann (Trommler bei Mikroboy) supporten die Herren Nicolas Sturm nebst seinem Klingen Ensemble.

Also, raus vor die Tür!

Tourdaten
24. Januar 2013 | Berlin | NBI
25. Januar 2013 | Leipzig | Substanz
26. Januar 2013 | Chemnitz | Haus Arthur
28. Januar 2013 | Hamburg | Astra Stube
29. Januar 2013 | Kiel | Prinz Willy
30. Januar 2013 | Lübeck | Wolkenkuckucksheim

Link
_pappmaché bei Facebook

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2012 ging eine von vielen möglichen Welten unter, und wir erleben gerade eine Version der Postapokalypse, denn die ganz große Filmspule hat ihr Ende erreicht. Mancherorts – also nicht in Deutschland – wird in den Jahresbestenlisten daher gerne Paul Thomas Andersons »The Master« als letzter Schluchzer ob der Vertreibung des Films aus dem Kino gefeiert. In Deutschland muss man sich noch ein wenig gedulden, bis man mit in den Chor einfallen darf, der dann natürlich längst schon beim nächsten oder übernächsten Psalm sein wird.

»Holy Motors«

Es blieben dennoch einige Möglichkeiten, Kino über Kino zu gucken. »Tabu« und »Holy Motors« zum Beispiel. Beides auch Kinofilme über Kino, die manches über unser Verhältnis zu ihm oder seinem Verhältnis zu sich selbst erzählen wollen. Zum Beispiel in welch engen Bahnen die Filme des Alltags in aller Regel verlaufen, und wie wenig Filmemacher eigentlich die Freiheit, die sie haben, nutzen. Über »Holy Motors« konnte man auch durchaus auf die Frage abheben, was eigentlich mit dem Kino passiert, wenn alles gefilmt wird, aber auch, was eigentlich mit den Stretchlimousinen passiert, wenn die Tür zugeht – also die, der Garage.

Kino über Kino ging aber auch weniger um die Ecke: Einen Fluchtpunkt ins Asyl der bloßen Kulisse bot Wes Anderson mit dem sogar für seine Verhältnisse ausgesprochen nostalgischen »Moonrise Kingdom« an. Der tiefer gelegte »Drive« stellte dagegen den Schein eines überholten Angeberkinos zur Verfügung; es gibt diesen Film überhaupt nur, um ihn gut zu finden und sich mit ihm zu schmücken. Man konnte auch, wenn einem das nicht zu komisch war, beim doppelten Rückwärtssalto von Michael Haneke mitmachen und sich am ganz alten europäischen Autorenfilm aufknüpfen. Wie auch immer: Es gab 2012 zahlreiche Möglichkeiten, im Kino das Kino anzugucken – manchmal interessanter, manchmal eben nicht.

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Tags zuvor mit zwei Golden Globes dekoriert – für die beste Comedy-Serie und die beste Hauptdarstellerin einer solchen -, startete am Sonntag in den USA die zweite Staffel »Girls«. Bei all der Verehrung von Publikum und Kritikern, bei der heißen Erwartung, mit der man der Fortsetzung entgegen trat, scheint Lena Dunham, die sich als Produzentin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin für die Serie verantwortlich zeichnet, viel richtig gemacht zu haben. Wenn auch vielleicht nicht alles. In jedem Fall hat sie ein gutes Händchen bewiesen, was den Soundtrack der Serie um vier New Yorkerinnen in ihren Zwanzigern betrifft.

 »Music is such a huge part of my creative process. I make playlists to write by and listen to as I head to set in the morning, and I experiment in editing with songs that the characters would love and that accurately reflect their struggles. Girls’ music supervisor Manish Raval and I are crazy about everything from the pop that teen girls devour to the niche indie rock from days of yore. To collaborate with Fueled by Ramen and so many artists who inspire me on this compilation is a dream.«  (Lena Dunham)

Seit Anfang Januar ist der offizielle und ziemlich gute »Girls«-Soundtrack zur ersten Staffel zu haben, entweder als 14-Track-CD mit Beiträgen von unterem Robyn, Belle & Sebastian, Fleet Foxes, Icona Pop und the Vaccines  oder als Download mit vier Liedern extra. Auch dabei ist ein neuer Song von Santigold, der ebenfalls mit »Girls« betitelt ist und dessen Video heute in Deutschland Premiere feiert.

In Deutschland läuft »Girls« derzeit beim Bezahlsender glitz*, die zweite Staffel soll dort im Mai starten.

Links
»Girls« bei HBO
Trailer zur zweiten Staffel
Komplette Tracklists

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Values Kalender

Da ist die erste Hälfte des ersten Monats im neuen Jahr schon vorbei. Wer im Terminchaos zu versinken droht, hat jetzt die Chance noch einen wunderbaren Kalender zu gewinnen, um ein bisschen Ordnung in den Alltag zu bekommen und sich gleichzeitig an schöner Grafik, feiner Typografie, an Illustration und sinnlicher Haptik zu erfreuen. »Values« heißt das gute Stück, wurde vom Designbüro Eiga initiiert und von NBVD herausgebracht.

… Unterstützung findet das Designkalenderprojekt, wie in den Vorjahren, durch namhafte Partner aus Druck, Papierhandel und Veredelung. 53 Gestalter aus aller Welt bekommen als Wochenmotiv ein besonderes Podium im exklusiven Designkalender …

Mit etwas Glück könnt ihr eines von zwei Exemplaren gewinnen. Schickt uns einfach bis kommenden Donnerstag, den 17. Januar 2013, eine Email mit den Betreff »Values« und eurer Adresse an info(∆)affektblog.de. Die Gewinner werden ausgelost und per Email benachrichtigt. Viel Erfolg!

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Foto: Kate Bellm

Serious girl crush alert! Unser erster Ohrwurm des Jahres stammt von Leslie Clio. Nach dem Debüt »Told You So«, das ihr im Herbst bereits so viel Aufmerksamkeit verschaffte, dass sie damit zwischen Gossip und Lena auf den Bravo Hits 79 (wie die Zeit vergeht!) landete, erscheint am 25. Januar die zweite Vorab-Auskopplung »I Couldn’t Care Less«. Single und Video schwirren seit Anfang der Woche durchs Netz – und haben uns wirklich die Schuhe ausgezogen. Die zierliche Berlinerin setzt auf souligen Pop mit Retro-Appeal und – damit hat sie uns gekriegt – eine bestechende Mischung aus pfiffiger Cuteness und selbstbewusster Bad-Ass-Attitüde.

»I Couldn’t Care Less« hätte sicher auch einen fantastischen Sommerhit abgegeben; das Jahr mit diesem programmatischen Song zu beginnen, gefällt uns aber noch besser.

Das Album »Gladys«, aus dem beide Singles entnommen sind, erscheint am 8. Februar 2013 bei Vertigo Berlin.

Links
Leslie Clio
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Tocotronic »Wie wir leben wollen«

Fast auf den Tag genau drei Jahre nach »Schall und Wahn« erscheint am 25. Januar ein neues Tocotronic-Album. Album Nummer 10 im 20. Jahr nach der Bandgründung – das schreit nach Großem. Und so klingt auch der Titel. »Wie wir leben wollen« wurde und wird mittels 99 auf Twitter vorgestellter Thesen eingeläutet und erläutert, und so darf man davon ausgehen, dass in den sage und schreibe rund 70 Minuten, auf die die 17 Songs kommen, wieder die ganz großen Themen verhandelt werden. Tocotronic halt.

Wie das diesmal klingen könnte, darüber gab schon der »Young Person’s Guide To Tocotronic« etwas Aufschluss, der seit einem Monat durchs Netz geistert und in dem Rick McPhails Filius Caspar uns in Anlehnung an Benjamin Brittens Orchesterführer für Kinder erklärt, wie ein Tocotronic-Song entsteht. Außerdem spendierte man den »Pfad der Dämmerung« als erste Auskopplung schon vorab Ende November. Tocotronic auf Facebook dazu:

[»Pfad der Dämmerung«] ist eine fröhliche Wallfahrt ins Herz der Finsternis. Ein irrer innerer Monolog, gehalten von Colonel Kurtz, verkleidet als Erdbeerbär, begleitet von einem Wall of Sound, der klingt als hätten die »Beach Boys« zu viel Bubble-Tee getrunken.

In der visuellen Umsetzung (wieder von Stephanie von Beauvais), die heute Premiere feiert, wurde der Erdbeerbär aber scheinbar leider gestrichen. Stattdessen finden wir eine lässig-gelangweilte Berliner Teenage-Buffy, die in ihrem Klassenzimmer-Tagtraum Jagd auf Vampir-Cheerleader und einen Moses-Schneider-Zombie macht.

Album, Single, Video – da darf natürlich das Live-Spektakel nicht fehlen. Im März und April sind Tocotronic auf großer Clubtour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz unterwegs, haben aber für die schnellsten ihrer Fans noch ein Extra-Schmankerl parat. Ende Januar und Anfang Februar stehen nämlich vier Vorabkonzerte in so schönen Locations wie dem Wiener Burgtheater oder dem Hamburger Thalia Theater an, die natürlich rasend schnell ausverkauft waren und für die man auf Ebay horrende Summen hinblättern müsste – wenn sich denn überhaupt jemand von seinem Ticket trennen wollen würde.

Tour
27. Januar 2013 | Berlin | Lido (ausverkauft!)
28. Januar 2013 | Hamburg | Thalia Theater (ausverkauft!)
1. Februar 2013 | Dortmund | FZW (Visions Party mit Chuckamuck und Tusq)
6. Februar 2013 | A-Wien | Burgtheater (ausverkauft!)
6. März 2013 | Bremen | Modernes
7. März 2013 | Düsseldorf | Zakk Halle
8. März 2013 | Heidelberg | halle 02
9. März 2013 | CH-Zürich | Rote Fabrik
10. März 2013 | Freiburg | Haus der Jugend
12. März 2013 | Stuttgart | LKA Longhorn
13. März 2013 | Offenbach | Capitol
14. März 2013 | Münster | Jovel Music Hall
15. März 2013 | Hamburg | Große Freiheit 36 (Restkarten)
16. März 2013 | Hamburg | Große Freiheit 36 – Zusatzkonzert!

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