Affekt — Blog für Kultur und Relevantes - Part 7

Gute Plakate

Der Wettbewerb »Gute Plakate« hat uns dieses Jahr eingeladen, als Teil der Jury unsere drei Favoriten auszuwählen. Da ist die Freude groß, zumal ein Teil dieses hübschen Blogs der gestalterischen Zunft angehört.

Für uns ist, trotz der digitalen Übermacht, das gute, alte Plakat immer noch ein faszinierendes Medium. Es blickt auf eine lange Geschichte zurück und hat es heute schwerer denn je. Es muss sich durchsetzen zwischen tausenden Botschaften, die unser Gehirn tagtäglich – oft unfreiwillig – selektiert: interessant / uninteressant. Der zu transportierende Inhalt muss geschickt in Form gebracht werden, um beim herumlaufenden Menschen Aufmerksamkeit zu gewinnen. Was ist die Botschaft? Warum dieses Bild, diese Illustration, diese Typografie, diese Anordnung und Informationshierarchien? Und darüber hinaus: dieses Format, diese Anzahl, dieser Ort… Es sind also viele Faktoren, die ein Plakat so interessant machen. Es muss äußerst bedacht gestaltet werden.

Mit dieser Thematik setzt sich Wettbewerb, der von Artefakt Kulturkonzepte in Kooperation mit der Ströer Gruppe ins Leben gerufen wurde, auseinander. Gestalter, Veranstalter und Institutionen waren eingeladen, bis Ende Oktober ihre Beiträge auf die Website des Wettbewerbs hochzuladen. Vorraussetzungen waren unter anderem ein kultureller Hintergrund und der Zeitraum, in dem die Plakate hingen (November 2011 bis November 2012).

Jetzt ist es an uns, die Einreichungen zu sichten und bis Ende des Monats unsere Auswahl zu treffen. Unter den Teilnehmern werden dann drei Preisträger ermittelt, die beachtliche Preise erwarten dürfen:

1. Publikumspreis (bundesweit): Medialeistung im Wert von 5.000 Euro, Preisstifter: Ströer
2. Jurypreis (bundesweit): Medialeistung im Wert von 5.000 Euro, Preisstifter: Ströer
3. Berlin-Spezial-Preis: Medialeistung im Wert von 5.000 Euro, Preisstifter: PiCK ME Berlin

Die Gewinner werden am 3. Dezember bekannt gegeben. Natürlich werden wir Euch auf dem Laufenden halten.

Link
Gute Plakate

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Erneut ist eine Diskussion darüber aufgekommen, wie eine faire Bezahlung für MusikerInnen aussehen soll, beziehungsweise, was fair sein kann, wenn es darum geht, Menschen für etwas zu bezahlen, dass ihnen in der meisten Zeit Spaß macht. Ein Produkt zu kaufen, dessen Produktion mit viel Freude und kreativer Austoberei verbunden war. Leuten, die man nicht näher kennt, gewissermaßen das Hobby zu finanzieren. Wenn in den Kommentarspalten der Zeitungen und Blogs dieser Welt darüber gestritten wird, ob der digitale Gratiswahn zeitgemäß und folglich rechtens ist oder nicht, liegt oftmals der Gedanke nah, dass die Köpfe, die hinter MP3-Dateien stecken, vermutlich während der Fabrikation des dazugehörigen Liedes reines Glück empfanden. Das muss doch genügen. Für den privaten Spaß muss doch niemand bezahlen.

Im Zuge der Glorifizierung von Lohnarbeit sind MusikerInnen allerdings nicht die Einzigen, die ihr Tagewerk nicht fertig macht. Heute wird gern das Ziel hochgehalten, sich auf beruflicher Ebene einen persönlichen Traum zu erfüllen und das individuelle Glück zu schmieden. Wem das gelingt, der kann nach 50 Stunden Arbeit pro Woche stolz und erfüllt auf dem Sofa einschlafen ohne sich ausgebrannt zu fühlen. Sind Leute, die auf diese Weise ihren Job zum Lebensmittelpunkt machen, allesamt HedonistInnen ohne einen Sinn für Gemeinschaft und Solidarität? Als solche werden Menschen, die in Bands spielen, gern bezeichnet, wenn die Gespräche über die sterbende Musikindustrie und die Folgen für deren ProtagonistInnen laut werden. So auch in zwei aktuellen Fällen.

Cat Power (Foto: Stefano Giovannini)

Kürzlich wurde bekannt, dass Chan Marshall aka Cat Power ihre Europatour aufgrund von langer Krankheit und drohendem Bankrott gefährdet sieht. Nun scheint dies durch Abschaffung der Lichtshow behoben.  Stimmen wurden laut, die die Dimensionen der Geldnot hinterfragten. Dann entbrannte die Diskussion um den eigentlichen Grund für Chan Marshalls finanziellen Probleme: Kann sie nicht mit Geld umgehen, ist Spotify Schuld oder doch das marode Gesundheitswesen der USA? Viel kam dabei nicht rum, denn die Fakten fehlen, doch über das Gesundheitswesen wurde ausgiebig geflucht.

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»[K]TUNES«: Beach House und Moon Duo auf Kampnagel

Beach House: Am 5. November auf Kampnagel

Wer findet Rausch ohne Kater nicht total super? Das könnt ihr haben. Im November bringt Kampnagel im Rahmen ihrer Konzerreihe »[K]TUNES« die US-amerikanischen Psychedelic-Paare Beach House und Moon Duo auf die Bühne. Beide Abende versprechen bezaubernd bis betörend zu werden.

Den Anfang machen am 5. November Beach House, die dank vier hinreißender Alben (aktuell: »Bloom«) bereits ihren Ruf als Klangmagier weg haben. Jede Performance, die wir bisher von Ihnen gesehen haben, war hinreißend, und am besten mit den Worten Glitzer, Trance und Entzücken zu beschreiben. Keine Sorge, das ist kein vertrackter Krautrock, das ist fein strukturierter Glam mit Ohrwurmpotential.

Als Support haben Beach House übrigens niemand anderen als Holy Other aus Manchester dabei, die düstere Wolkenhimmel in elektronische Musik üebrsetzen und die spätestens seit dem Dockville auch in Hamburg auf eine breite Fanbasis zählen können.

Moon Duo: Am 8. November auf Kampnagel

Drei Tage später sind Moon Duo auf Kampnagel zu Gast. Sanae Yamada und Erik Johnson haben den Psych-Rock vor drei Jahren aus der Mottenkiste geholt und in bekömmliche Formen gebracht. Dabei waren ihnen Zeitbegrenzungen herzlich egal: Ein Song kann schonmal acht Minuten lang sein. Allerdings kontrastieren sie ausufernde Orgelklänge und raumfüllende Gitarrenparts so geschickt mit Beats und Effekten, dass man mit Sicherheit nicht wegnickt.

Affekt verlost für beide Konzerte Karten! Für das Konzert von Beach House am 5. November haben wir 1x 2 Karten zu vergeben, für Moon Duo am 8. November 2x 2 Karten. Um an den Verlosungen teilzunehmen, schickt uns bis zum 4. November, 20 Uhr eine Email mit dem Betreff »Beach House« oder »Moon Duo« an info(∆)affektblog.de, und vergesst ein paar nette Worte und euren vollständigen Namen nicht, damit wir ihn im Fall eines Gewinns an Kampnagel weitergeben können. Viel Glück!

Beach House
mit Holy Other
5. November 2012, ab 20 Uhr
Eintritt 21,00 Euro

Moon Duo
mit Camera
8. November 2012, ab 21 Uhr
Eintritt 13,00 Euro

Beide Konzerte: Kampnagel (Jarrestraße 20, Hamburg)

Unsere Gastautorin Luise ist mit ihrer Ankunft in Berlin im Fegefeuer zwischen Projektorganisation, Bandbooking und Musikjournalismus gelandet. Immer unterwegs um keine der stadtbewegenden Konzerte, Filme, Neueröffnungen und all der Dinge dazwischen zu verpassen, berichtet sie seit Juli 2011 für Affekt vom Kulturleben in der Hauptstadt und über deren Grenzen hinaus.

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Musikfilmfestival »In-Edit«

Ab Dienstag findet zum zweiten Mal das »In-Edit«-Musikfilmfestival in Berliner Kinos zwischen Kreuzberg und Neukölln statt. Vom 30. Oktober bis zum 4. November kann man aus einem breiten Angebot von Dokumentarfilmen wählen, die Musik in den Fokus rücken. Es geht um Legenden (»The Sacred Triangle: Bowie, Iggy & Lou« ), ebenso wie um Nischenbands (»10 Jahre Egotronic – Schlägerei zum Thema«), um ländertypische Szenen (»Backyard«) und um das aufgeladene Verhältnis zwischen Musik und Politik (»Uprising: Hip Hop and The LA Riots«).

Unser Tipp: »Wir werden immer weitergehen« verspricht ein informationsreicher Film über die Veränderungsprozesse in der hiesigen Musikbranche zu sein. Die Regisseure George Lindt und Ingolf Rech suchten zweimal im Abstand von 10 Jahren MusikerInnen, Club- und LabelbetreiberInnen sowie PlattenladenbesitzerInnen in Hamburg und Berlin auf und befragten sie zu ihren Lebensumständen und Lebensentwürfen, bei denen die Liebe zur Musik eine zentrale Rolle spielt.
Der Film ist am 31. Oktober und am 4. November im Berliner Moviemento-Kino zu sehen. Außerdem läuft der Film in dieser Woche auch auf dem »Radar Filmfest« in Hamburg, und zwar am 2. November im Kino 3001.

Links
In-Edit
Radar Filmfest

Unsere Gastautorin Luise ist mit ihrer Ankunft in Berlin im Fegefeuer zwischen Projektorganisation, Bandbooking und Musikjournalismus gelandet. Immer unterwegs um keine der stadtbewegenden Konzerte, Filme, Neueröffnungen und all der Dinge dazwischen zu verpassen, berichtet sie seit Juli 2011 für Affekt vom Kulturleben in der Hauptstadt und über deren Grenzen hinaus.

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Überjazz Festival 2012

Der Name sagt es bereits: Beim dritten Überjazz Festival versammeln sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Musiker, die ihre Wurzeln zwar im Jazz haben, deren Musik aber auch weit darüber hinaus geht. Rund 100 Künstler sind an drei Tagen auf vier Bühnen des Kampnagel-Geländes zu sehen, und das Programm ist so gut sortiert wie dicht. Highlight des Wochenendes bildet wohl ohne Frage Herbie Hancocks Konzert »Plugged In – A Night of Solo Explorations«, mit dem das Festival am Sonntag endet – zuvor bieten aber der Freitag und Samstag viele Gelegenheiten, sich von großen Namen und neuen Entdeckungen begeistern zu lassen.

Am Freitag sind die Konzerte von Silje Nergaard, Gregory Porter, Chris Dave & The Drumhedz, Hypnotic Brass Ensemble, Rudresh Mahanthappa’s Samdhi, Nils Wülker, Milla Kay und dem Peter Fessler Trio auf Kampnagel zu sehen sowie ein Showcase zum zehnjährigen Bestehen des Labels Pingipung mit Andi Otto, Sven Kacirek, Taprikk Sweezee, Viktor Marek & Ashraf Sharif Khan und den DJs Heiko Gogolin und Phuong Dan. Außerdem wird im Rahmen des Festivals am Freitag der Werner Burkhardt Jazzpreis verliehen.

Auf dem Plan für den Samstag stehen die Konzerte von Manu Katché, dem Portico Quartet, Rusconi, Lucas Santtana, dem Verneri Pohjola Quartet, Little Annie & Baby Dee, Penelope Berengaria, der Bundeswerkstatt Jazz, Jazul und dem Boriana Dimitrova Quartett. Außerdem lädt das Label B-Music unter dem Titel »The Sound of Wonder« zum Labelabend mit Bruno Spoerri & Anworth Kirk, Jean-Claude Vannier & Band, Anthony Joseph & The Spasm Band, Woima Collective und dem DJ ABC aus Andy Votel, Booty Carrell, Chris Menist.

Es ist uns natürlich eine Herzensangelegenheit, euch bei einer so fantastischen Veranstaltung im Publikum zu wissen. Deswegen verlosen wir zusammen mit dem Überjazz Festival 2×2 2-Tagestickets (Fr+Sa) unter allen, die uns bis zum 24. Oktober 2012, 20 Uhr eine Email mit dem Betreff »Überjazz« an info(∆)affektblog.de schicken und uns verraten, warum sie gern dabei wären! Vergesst bitte euren vollen Namen nicht, damit wir ihn im Falle eines Gewinns an die Veranstalter weitergeben können. Viel Glück!

Überjazz Festival 2012
26.-28. Oktober 2012, jeweils ab 19 Uhr
Kampnagel (Jarrestraße 20, Hamburg)
Ein Tagesticket für Freitag oder Samstag kostet 38,75 Euro, das Tagesticket für Sonntag 57,45 Euro, ein 2-Tagesticket für Freitag und Samstag kostet 64,15 Euro und das Ticket für alle drei Tage kostet 112,85 Euro (alles VVK-Preise).
Programm mit Timetable

Links
Überjazz Festival
Überjazz Festival bei Kampnagel
Überjazz Festival bei Facebook

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Krautzungen: »Splendid Isolation«

Foto: Conny Winter

Ab auf die Insel! Nach Ausflügen in die Astrastube, Zentrale a.k.a. Nachtasyl, das Westwerk und das Lokal lädt das Labor für pragmatischen Utopismus kommendes Wochenende in ein neues und etwas abgelegeneres Venue: Das Island. Name und Lage sind programmatisch für das Kunstfestival »Krautzungen«, das das Künstlerkollektiv regelmäßig unregelmäßig in Hamburg veranstaltet und das dieses Mal unter dem Motto »Splendid Isolation« steht.

»Gepriesen, umnachtet, gestrandet. Jetzt entwirft das Künstlerkollektiv Krautzungen den eigenen Inselstaat. Mit König, mit Kunst, Musik und in Aufruhr. Auf dieser Insel verschwinden die Genregrenzen, wird aus Gedanke Ausdruck und die Realität zum Treibgut. Nach der ‘Krieg&Frieden’- Performance auf dem Kunst- und Musikfestival MS Dockville widmet sich das Kollektiv der Isolation. Der Wilde rückt in den Fokus, das Licht und was aus uns wurde. Der Besucher des Inselstaates wird Teil einer Utopie aus Bands und Bild, aus Video und Wort, aus DJs und Performance.«

Dieses Mal bleibt die Uniform aber im Schrank und die Kappe auf dem Edding. Das Programm von »Splendid Isolation« ist auch ohne den – das kann man mittlerweile wohl so sagen – Krautzungen-Bestseller so umfangreich, dass man dieses Mal drei Tage für das Festival anberaumt hat. Mehr als 25 Künstler und Musiker laden zu Inselfeeling, Bildern, Fotografien, Installationen, Musik, Performances, Texte, Essen und Gurkensandwiches. Um genau zu sein, diese:

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Mo Yan also. Dabei wäre uns Ro Ger lieber gewesen. Mit »Momentum« hat Roger Willemsen, unser liebstes intellektuelles Multitalent, vor wenigen Wochen ein neues Buch vorgelegt. Darin versucht er eine Rekonstruktion seines Lebens in Miniaturformat,  schildert unvergessliche Augenblicke, Epiphanien, ja eben »Momente«, in denen sich ein Leben mitunter entscheidet und es überhaupt erst lebens- und erzählenswert macht. Nur den Nobelpreis für Literatur, den wird er wohl nie bekommen.

Schade, aber immerhin können wir uns mit Willemsens zweiter Passion trösten: der Musik. Und vielleicht erleben wir am 17. Oktober ja selbst einen solchen »Moment«. Denn an diesem Tag heißt es zum inzwischen 15. Mal: Willemsen legt auf! Er tut das, wie immer, in den heiligen Hallen des NDR-Hörfunks in Hamburg-Rotherbaum. Dann wird Willemsen erneut, ausgestattet mit unzähligen (wahren wie erfundenen) Anekdoten, voller Esprit und mit musikalischem Sachverstand über Jazz und Klassik sprechen – und vor allem: auflegen. Abwechselnd gibt es Jazz- und Klassik-Stücke zu hören, die Willemsen anhand frei gewählter Themen und Ideen zusammenführt und vorstellt.

Wir sind wieder dabei, und ihr könnt (und solltet!) das auch: Gemeinsam mit NDR Kultur verlosen wir wieder 3×2 Karten für den Abend! Wer interessiert ist, schickt bis zum 16. Oktober, 16 Uhr eine Email mit dem Betreff »Willemsen« an info(∆)affektblog.de. Bitte gebt euren vollständigen Namen an, damit wir ihn im Fall eures Losglücks an den NDR weiterleiten können. Viel Glück!

Info
Willemsen legt auf – Vol. XV
Mittwoch, 17. Oktober 2012, 20 Uhr
Rolf-Liebermann-Studio des NDR Oberstraße 120 (HH-Rotherbaum)
Eintritt: 14 Euro (ermäßigt 11,20 Euro)

Links
Willemsen legt auf bei NDR Kultur

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»You are beautiful« – Vom Zwang zur Selbstliebe

Wie oft wurde man in der Popmusik eigentlich schon zur Selbstliebe ermahnt? Nachdem es in den Neunzigern – Punk und Riot Grrrls sei Dank – erstmals coole weibliche Rollenbilder in den Fokus der Presse schafften, hat sich scheinbar nichts getan. Schon damals war das öffentliche Interesse an alternativen Repräsentationsformen von Frauen im Musikgeschäft scheinheilig. Es ging nicht darum, das Massenmedium Pop für die Stärkung des Selbstbewusstseins junger Frauen zu nutzen. Es ging darum, eine weitere Jugendbewegung auszuschlachten, und die Charakteristika ihrer AnhängerInnen in Trends umzuwandeln. So wurde aus den Riot Grrrls das Girlie und aus ernstzunehmenden Künstlerinnen Frauen, die den Attributen »frech«, »jung« und »süß« nicht mehr ausweichen konnten.
Es vergingen einige Jahre, ehe man sich ohne Furcht vor eben genannten Worten wieder als »Mädchen« bezeichnen konnte. Doch damit ist nicht die Strategie verschwunden, Newcomerinnen zuerst als niedlich zu vermarkten, nur damit das Comeback unter dem Stern des wiederentdeckten Selbstbewusstseins (»Sie schreibt ihre Lieder auch selbst.«) gepusht werden kann (siehe Lena).

Doch zurück zur eigentlichen Frage, die nach der Ermahnung zur Selbstliebe. Das ist wieder ein anderes Ding. Damit Popmusik »echt« und glaubhaft rüberkommt, sodass potentielle Fans voll berührt sind, werden in regelmäßigen Abständen ihre ästhetischen Funktionstechniken in Frage gestellt. Den jungen, aufmüpfigen Sängerinnen, die nebenbei natürlich auch makellos schön sind, werden Performerinnen gegenüber gestellt, die vor Erfahrung, Kraft, Selbstbewusstsein und Schönheit strotzen.
Aktuell ist es Lady Gaga mit ihrer »Body Revolution«. Der Hintergrund: von ihr wurden kürzlich Fotos veröffentlicht, auf denen sie fülliger aussieht als gewohnt (worauf auch immer sich dieses gewohnte Bild stützt). Kurz darauf wehrte sich Lady Gaga online gegen diese Häme, postete aktuelle Fotos von sich in Unterwäsche und schrieb dazu: »Anorexie und Bulimie seit ich 15 bin«. Sie ermutigte ihre Fans, es ihr gleichzutun. Sie sollen Fotos von sich posten und sich gegenseitig darin bestärken, dass sie schöne Menschen sind, unabhängig von ihrer Selbstwahrnehmung.

Lady Gaga: "Bulemie und Anorexie seit ich 15 war."

Lady Gaga: »Bulimie und Anorexie seit ich 15 war.«

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Kiss Kiss Club (2000) – Das Ende

Ecke Wohlwillstraße/Paul-Roosen-Straße im Frühjahr 2006. Ein auf buntes DinA4-Papier kopiertes Plakat verspricht »your new favourite tanzabend«. Kiss Kiss Club. Entgegen erster Assoziationen (Tarkan?) erwartet uns laut Plakat »Indie. Electro. Pop.«, angesiedelt in der Prinzenbar hinterm Docks. Und weil Indie im Frühjahr 2006 noch eine große Nummer ist, die Gemeinde zu dieser Zeit (ach!), in der die Clubs am Nobistor schon nicht mehr stehen, zwischen Prima Pop, Revolver Club und This is Pop! noch zwei Abende im Monat frei hat und Simon und Hannes Herzchenkonfetti von der Decke regnen lassen, trotzt der Kiss Kiss Club den Nörglern und hält sein Versprechen. Anfangs noch im Zwei-Wochen-Takt pilgert man zur neuen Lieblingsparty in die Prinzenbar, und zieht im Herbst mit dem Kiss Kiss Club ins noch recht junge Uebel&Gefährlich.

Sechs Jahre später ist viel passiert. Indie ist tot und so auch der Kiss Kiss Club. Mit dem Jahreswechsel 2011/2012 trennen sich Simons und Hannes’ Wege, zumindest hinter den Plattentellern. Hannes eröffnet die Gesellschaft, Simon konzentriert sich auf Common Cause  und tingelt mit der Nachfolgeveranstaltung Kiss Kiss Club 2000 und wechselnden Gästen durch die Hamburger Clubs.

Aber die Luft ist raus und die Zeit reif für Neues: Auch mit dem kkc2k ist nach nicht mal einem Jahr Schluss. Am 6. Oktober tragen Simon und Hannes, zu diesem Anlass nochmal hinterm DJ-Pult vereint und von zahlreichen Gast-DJs unterstützt, ihren Kiss Kiss Club im Uebel&Gefährlich endgültig und feierlich zu Grabe. Wirklich.

Wir sagen Danke für viele wunderbare Nächte in Rausch und Konfettiregen auf der Tanzfläche – und nehmen euch mit zum allerallerletzten Kiss Kiss Club aller Zeiten. Um einen von 3x 2 Gästelistenplätzen zu gewinnen, erstellt mit uns eine Playlist der schönsten Abschiedssongs und schickt bis zum 5. Oktober, 18 Uhr entweder eine Mail mit dem Betreff »Aus die Maus«, dem Link zu eurem traurigsten Lieblingslied und eurem vollständigen Namen an info(∆)affektblog.de, oder hinterlasst hier oder auf Facebook einen Kommentar mit beidem. Viel Glück!

Kiss Kiss Club 2000 – Die Beerdigung
6. Oktober 2012, ab 23:45 Uhr
Uebel und Gefährlich/Turmzimmer (Feldstr. 66, Hamburg-St. Pauli)
Mit Simon Strotmann und Hans Knebel sowie Lorin Sylvester Strohm, Andreas Borcholte, Steffen Lauter, Johannes D. Täufer und Sir Sebastian
Feierliche, bzw. Trauergarderobe ist erwünscht (und mindert den Eintrittspreis)

Links
Kiss Kiss Club 2000
Die Beerdigung
Zum Schwelgen: KKC bei MySpace, Flickr und die schönsten Flyer

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The Joy of Graphic Design

Wir freuen uns Euch »The Joy of Graphic Design« präsentieren zu dürfen! In den nächsten drei Tage findet zum ersten Mal das internationale Designfestival im Hamburger Oberhafen statt. Neben Symposien mit Mario Lombardo, Andreas Uebele, Erik Kessler, Vier5, Happypets und Robert Klanten, gibt es Night Workshops mit Mirko Borsche, Gian Gisiger und Johannes von Gross, HelloMe und Timm Häneke, sowie I like Birds, die zusammen mit unseren Freunden von Here We Go das Wochenende ausrichten.

Damit nicht genug. Während der gesamten Zeit gibt es eine Ausstellung, die Arbeiten zum Thema »Freude« von jungen, spannenden Büros zeigen. Dabei sind unter anderem das Bureau Malte Metag, Atelier Disko, Carte Blanch Design Studio, Jan Spading, Visualism und viele mehr.

Am Sontag findet auf dem Gelände die Publishing Messe »About« statt, die ihren Ursprung in Mainz hat und zum ersten Mal die eigenen Gefilde verlässt.

Jeden Abend darf dann gefeiert werden. Und auch hier kann sich das Programm sehen lassen! Es treten bzw. legen auf: Lovesongs (I saw Music), Italo Malte, Martin Moritz (Sutsche), Tilman Tausendfreund (Klingtsogut!), Christian Löffler (K1), Max Motor (RSS-Disco), Yør (Purzle Maze) und Lorin Sylvester Strohm (I saw Music).

Was für ein Programm, was für ein Namedropping! Ihr seht, es lohnt.

Links
The Joy of Graphic Design (mit dem ausführlichen Programm)
TJOGD auf Facebook

The Joy of Graphic Design
28.—30. September
Stockmeyerstraße 43
20457 Hamburg

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