Mystische Geschichten, imposante Bauwerke, wunderbare Bademöglichkeiten, herrliche Wanderwege und dazu noch etwas Nervenkitzel – die Harz Region hat für jeden, der dort die Ferien verbringt, ein passendes Angebot. Wasserratten kommen ebenso auf ihre Kosten wie Wanderfreunde, und wer das Wandern mit dem Schwimmen verbinden will, wählt Wanderrouten, die von See zu See führen. Die Region rund um den Harz hat allerdings noch viel mehr zu bieten.

Die Geografie der Harz Region

Der Harz ist ein 110 Kilometer langes und bis zu 40 Kilometer breites Mittelgebirge, das Gebiet reicht von Seesen auf der westlichen Seite des Harzes bis zu Luthers Geburtsstadt Eisleben auf der östlichen Seite. Der größte Teil des Harzes ist in den Bundesländern Sachsen-Anhalt im Osten und Niedersachsen im Westen zu finden, ein kleiner Teil liegt in Thüringen. Der Harz ist eine eigenständige und sogenannte naturräumliche Großregion. Die höchste Erhebung ist der 1141 Meter hohe Brocken, gefolgt vom Wurmberg bei Braunlage mit 971 Metern. Die Harz Region ist zugleich ein Nationalpark, in dem sich drei eigenständige Naturparks befinden. In diesen Naturparks gibt es wiederum eine Vielzahl von Landschaftsschutz- und Naturschutzgebieten. Der Nationalpark Harz entstand 2006 und misst heute 24.732 Hektar.

Die Geschichte des Harzes

Die ältesten Spuren menschlicher Siedlungen, die im Harz gefunden wurden, sind zwischen 700.000 und 350.000 Jahre alt. Im thüringischen Bilzingsleben, aber auch in der Nähe von Hildesheim und Schöningen fanden sich Reste des Homo erectus, des aufrecht gehenden Menschen. 250.000 Jahre alt sind die Funde, die auf Neandertaler hinweisen. Sie jagten in der Harz Region Wisente und Auerochsen, ebenso wie Bären, Pferde und Rentiere. Im Südharz wurden in der Einhornhöhle auch Werkzeuge der Neandertaler gefunden. Vor 40.000 Jahren kam dann der Homo sapiens aus Afrika nach Europa und wurde ebenfalls im heutigen Harz sesshaft. Im Mittelalter war der Harz reich an Bodenschätzen, aber die Pest und vor allem der Dreißigjährige Krieg setzten der Region schwer zu. Anfang des 18. Jahrhunderts drohte der Harz Region eine Waldzerstörung, 30 Jahre später hatte sich der Wald jedoch wieder erholt. Die deutschen Romantiker wie Novalis oder Adelbert von Chamisso verklärten den Harz zu einem Ort der Sehnsucht und begründeten damit den Fremdenverkehr.

Nach dem Fall der innerdeutschen Mauer bekam die Harz Region wieder ihre ursprüngliche Form zurück. Sie bietet dem Besucher alles, was eine Ferienregion attraktiv macht und aus dem früheren Sperrgebiet sind heute schutzwürdige Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere geworden.

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Die Natur im Harz

Die Natur im Harz ist vielschichtig und immer wieder abwechslungsreich. Flüsse, Teiche, Seen und Wälder wechseln einander ab und wer durch den Harz wandert, wird immer wieder neue Landschaftsbilder entdecken. Im Oberharz sind viele verschiedene Pflanzen und Tiere zu Hause und wer im nördlichen Teil des Mittelgebirges unterwegs ist, sollte unbedingt einen Abstecher auf den Brocken machen. Der Kräuterpark in Altenau ist hier ein schönes Ziel, ebenso wie die Iberger Tropfsteinhöhle. Der Oderteich und der Okerstausee Schulenberg laden zum Ausspannen ein und die Moore sind mystische Orte. Eine herrliche Aussicht versprechen der Achtermann und die Wolfswarte. Wer möchte, kann im Harz „Waldbaden“ und auch der UNESCO-Geopark Harz ist immer einen Besuch wert.

Urlaub im Harz

Alle, die gerne wandern, kommen in der Region Harz auf ihre Kosten. Das gut ausgebaute Netz von insgesamt 8000 Kilometer Wanderwegen bietet für jeden das Passende. Wer die „Goethetour“ auf den Brocken unternimmt, lernt den höchsten Berg der Region kennen, genießt die Aussicht und kann sich wie der Dichter fühlen, der den Brocken 1777 erklommen hat. Der Rundweg Oderteich oder die Torfmoortour sind eine gute Idee für alle Wanderfreunde, auch der Weg durch das Ilsetal lohnt sich. Wunderschön sind die Städte im Harz, wie das mittelalterlich anmutende Quedlinburg mit seinen herrlichen Fachwerkhäusern und der mächtigen Stiftskirche. Goslar und Nordhausen, Falkenstein und Seesen sind ebenfalls einen Besuch wert. In Clausthal-Zellerfeld können Besucher die größte Holzkirche Deutschlands bewundern und die Burg Hohenstein erzählt aus längst vergangenen Zeiten. Romantisch sind die Ruinen Königsburg und Scharzfels, imposant ist hingegen Schloss Ilsenburg und besonders Schloss Wernigerode.

Das Oberharzer Wasserregal

Der Harz ist reich an Flüssen, deren Verlauf aufgrund des sehr lukrativen Abbaus von Silber im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert wurde. Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert war das vor allem bei der Oker, der Innerste, der Söse und der Oder der Fall. Heute gibt es das sogenannte Oberharzer Wasserregal, das 143 meist kleine Talsperren umfasst, von denen der größte Teil nach wie vor in Betrieb ist. Sie prägen die komplette Landschaft im Westen des Harzes. Zum Oberharzer Wasserregal gehören die ältesten Talsperren in Deutschland, die bis heute als Wasserreservoir dienen, nachweislich diente ein Teil der Talsperren schon 1320 als Wasserreservoir. Seit 1977 stehen alle Teiche und Gräben unter Denkmalschutz, außerdem gehören sie seit zehn Jahren zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Transport in der Harz Region

Wer mit dem Auto in die Harz Region reist, kann aus Richtung Westen kommend die A 7 und aus südlicher Richtung die A 38 nutzen. Die Bundesstraße 4 ist perfekt für alle, die durch den Harz reisen und dort anhalten wollen, wo es ihnen gefällt. Die Bundesstraße 242 ist die Harzhochstraße, die den Harz von Seesen bis nach Mansfeld durchquert. Auch die Bundesstraße 241 ist für eine Reise durch den Harz zu empfehlen, denn sie führt von Goslar im Norden durch den landschaftlich schönen Oberharz und Clausthal-Zellerfeld nach Osterode im Süden der Region. Wer es gemütlich mag, fährt mit einer der Harzer Schmalspurbahnen, die Wernigerode, Quedlinburg, Nordhausen und den Brocken miteinander verbinden. Landschaftlich wunderschön sind die Strecken von Halberstadt nach Blankenburg, von Magdeburg nach Thale sowie von Klostermansfeld nach Wippra.

Fazit

Wanderfreunde können die Harz Region besonders intensiv erkunden, wer es hingegen mystisch mag, geht auf die Harzer Hexentour oder besichtigt die Teufelsmauer. Städte wie das beschauliche Quedlinburg laden zu einer Zeitreise ein und alle, die den Nervenkitzel mögen, sollten die Hängebrücke „Titan-RT“ besuchen. Diese einzigartige Brücke spannt sich in einer Höhe von 100 Metern über das Rappbodetal. Der Harz ist eine perfekte Urlaubsregion besonders für Familien mit Kindern, denn es gibt unendlich viel zu entdecken, zu erkunden und zu bestaunen. Die herrliche Natur, die idyllischen Städte, die gemütlichen Schmalspurbahnen und nicht zuletzt die vielen unterschiedlichen Gewässer sorgen dafür, dass es im Harz niemals langweilig wird.

M.Irfan

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