Affekt — Blog für Kultur und Relevantes

Work in Progress 14

Work in Progress 2014

Zum bereits dritten Mal findet in Hamburg der Kongress »Work in Progress« statt, der sich mit der Zukunft der Arbeit befasst. Referenten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik diskutieren diesmal über die Anforderungen an »gute Arbeit« aus persönlicher, gesellschaftlicher und unternehmerischer Perspektive. Eine Thematik, die uns im Wandel zur Informationsgesellschafft alle betrifft.

In Keynotes, Vorträgen und Podiumsdiskussionen erwartet die Besucher ein vielfältiger Einblick in aktuelle Debatten zur Veränderung der Arbeitswelt. Aber es gibt auch ein künstlerisches Programm. Mit »Born rich – Die anonymen Milliardäre« von Tino Hanekamp und Maria Magdalena Ludewig wird der Kongress am 13. März eingeleitet.

Maria Magdalena Ludewig / Tino Hanekamp: Born Rich / © Peter Hönnemann

Maria Magdalena Ludewig / Tino Hanekamp: Born Rich / © Peter Hönnemann

Auch in diesem Jahr sind wir wieder Medienpartner von »Work in Progress« und freuen uns, zwei Tickets unter unseren Lesern verlosen zu dürfen. Das Ticket ist gültig für den Kongresstag am 14. März. Wer ein Ticket gewinnen möchte, schreibt uns bis Mittwoch, 5. März 2014, 13 Uhr eine Email mit dem Betreff »WIP14« an info(∆)affektblog.de.
Außerdem verlosen wir 3x 2 Tickets für »Born rich« am 13. März. Wer hier dabei sein will, schickt uns bis zum 12. März, 13 Uhr eine Email mit dem Betreff »Richkid« ebenfalls an info(∆)affektblog.de. Die GewinnerInnen werden jeweils gelost und per Mail benachrichtigt. Viel Glück!

Work in Progress 2014
»Gute Arbeit«
13. und 14. März auf Kampnagel (Jarrestraße 20, Hamburg)

13. März / Theater
»Born rich – Die anonymen Milliardäre«
20 Uhr, anschließend Premierenfeier

14. März / Kongresstag
Tickets

Links
Work in Progress
WIP auf Facebook

{lang: 'de'}
Kommentieren
∆
Anselm Feuerbach, Studienkopf zur Stuttgarter Iphigenie, 1870, (Ausschnitt), Museum Oskar Reinhart Winterthur, Photo: SIK-ISEA (P. Hitz) | Karl Lagerfeld, Moderne Mythologie, 2013, (Ausschnitt), © 2013 Karl Lagerfeld

Anselm Feuerbach, Studienkopf zur Stuttgarter Iphigenie, 1870, (Ausschnitt), Museum Oskar Reinhart Winterthur, Photo: SIK-ISEA (P. Hitz) | Karl Lagerfeld, Moderne Mythologie, 2013, (Ausschnitt), © 2013 Karl Lagerfeld

Die Hamburger Kunsthalle zeigt aktuell eine Ausstellung, die eigentlich auch zwei sein könnten: »Anselm Feuerbachs Musen – Karl Lagerfelds Models«. Dass Kunst und Mode sich gegenseitig inspirierende Gattungen sein können, ist zunächst nichts Neues. Doch werden die Effekte häufig erst in der Gegenüberstellung deutlich.

Anselm Feuerbach, ein im 18. Jahrhundert in Rom lebender Künstler, war durch die antike Architektur der ewigen Stadt und dem in dieser Zeit so deutlichen Drang zum romantisch Schönen geprägt. Die in der Kunsthalle gezeigten Bilder stellen Feuerbachs Muse Nanna dar, die er in imposanten Bildern mythologischer Themen gemalt hat.

Anselm Feuerbach (1829–1880): Das Urteil des Paris, 1870. Öl auf Leinwand, 228 x 443 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Elke Walford

Anselm Feuerbach (1829–1880): Das Urteil des Paris, 1870. Öl auf Leinwand, 228 x 443 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Elke Walford

Karl Lagerfeld, der berühmt-berüchtigte Modeschöpfer, hingegen hat extra für die Ausstellung den Bilderzyklus »Moderne Mythologie« geschaffen, der die antike Liebesgeschichte der Figuren Daphnis und Chloe zeigt, die sich als Hortenkinder ineinander verlieben. Dargestellt wird die Geschichte von Models wie Baptiste Giabiconi und Bianca Balti und wurde in der südfranzösischen Landschaft fotografiert.

Karl Lagerfeld: Moderne Mythologie, 2013. © 2013 Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld: Moderne Mythologie, 2013. © 2013 Karl Lagerfeld

Die Gegenüberstellung dieser beiden so unterschiedlichen – und doch so ähnlichen – Bildzyklen zeigt, wie sehr sich Bildmotive in unserer Kultur verfestigt haben, immer neu inspirieren und Einfluss auf die Kunst oder die Mode nehmen.

Was die Gegenüberstellung von Kunst und Mode angeht, gibt es außerdem einen großartigen Blog, den wir euch an dieser Stelle empfehlen wollen: Part Nouveau von der New Yorker Modestudentin Lilah Ramzi, die dort Parallen in der Mode- und Kunstgeschichte zeigt. Neben vielen Editorials aus unterschiedlichen Zeiten kann man auch anhand diverser Beispiele aus der Kunst nachvollziehen, wie sich Designer oder Moderedaktionen in der Umsetzung ihrer Bildmotive von der Kunst haben inspirieren lassen.

 »Anselm Feuerbachs Musen – Karl Lagerfelds Models«
21. Februar bis 15. Juni 2014
Hamburger Kunsthalle (Glockengießerwall, Hamburg)

Links
Hamburger Kunsthalle
Part Nouveau

{lang: 'de'}
Kommentieren
∆

Nina Persson »Animal Heart«

Foto: Anders Hansson

Foto: Anders Hansson

Viel zu still ist es um die Cardigans, seit 2005 mit »Super Extra Gravity« das bislang letzte Album erschien. Die offizielle Pause, die sich daran anschloss und in der die Bandmitglieder Soloprojekten nachgehen wollten, soll zwar seit dem Sommer 2012 beendet sein. Bis auf ein paar vereinzelte,  unerreichbare Konzerttermine in Asien und Russland oder ein Festival im heimatlichen Schweden war davon aber nicht viel zu spüren. Von einem neuen Album: keine Rede.

Sängerin Nina Persson hat die Auszeit genutzt und zunächst 2009 unter Beteiligung von Gatte Nathan Larson ihr Nebenprojekt A Camp wiederbelebt, wobei »Colonia« hierzulande nicht sonderlich viel Beachtung bekam. Am 14. Februar ist nun ihre erste Veröffentlichung unter eigenem Namen erschienen, die zwar deshalb als Solodebüt herumgereicht wird, natürlich aber von einer alten Häsin stammt.

So bietet »Animal Heart« eigentlich auch keine großen Überraschungen, sondern solide und routinierte Popsongs mit überwiegendem Balladenanteil, wie man sie von Persson kennt. Hin und wieder scheint aber ein etwas düsterer 80s-Appeal durch, wie etwa bei den Synthieklängen der vorab erschienen Single, die gleichzeitig auch der Titeltrack des Albums ist, oder bei unserem Favoriten des Albums, »Food for the Beast«.

Ende Februar stellt Nina Persson ihr Soloalbum bei drei Deutschland-Terminen auch live vor. Als Support ist Daryl Lamont a.k.a. Worry Doll aus L.A. dabei.

Tour
22. Februar 2013 | Hamburg | Mojo Club
23. Februar 2013 | Berlin | Heimathafen
25. Februar 2013 | Köln | Gloria

Links
Nina Persson
The Cardigans
Worry Doll

{lang: 'de'}
Kommentare deaktiviert
∆

Lucia Glass »Doorpusher«

Doorpusher

Nachdem Lucia Glass sich in ihrer letzten Arbeit »Sensation« mit dem Einfluss von Mode und Stofflichkeit auf ihre Träger auseinandergesetzt hat, ist die Choreografin Ende Februar wieder mit einem spannenden Projekt auf Kampnagel zu Gast, das sich im Spannungsfeld von Tanz und anderen künstlerischen Ausdrucksweisen bewegt. Ausgangspunkt der aktuellen Tanzperformance »Doorpusher« ist ein Foto des Kanadiers Jeff Wall, von dem ausgehend sie Bewegungsmöglichkeiten auslotet und Choreografien für drei Perfomer entwickelt:

»Im Dialog mit der Aktion der abgebildeten Figur entstehen Bewegungsfiktionen, die ihre Spuren im Bühnenbild hinterlassen. So entsteht ein Wechselspiel der verschiedenen Ebenen von Bild und Abbild des Körpers im Foto, im Theater und in der weiterführenden Choreografie. Eine ebenso analytische wie haptische Untersuchung über die fiktiv-narrativen Kräfte von Bildern.« (Kampnagel)

Wie schon bei »Doorpusher« arbeitet Glass auch in dieser Performance ungewöhnlicherweise mit Models, die gemeinsam mit dem Tänzer Challenge Gumbodete das Foto weiterdenken und -tanzen. Und auch Mode spielt wieder keine unwesentliche Rolle: Auf der Bühne sind diesmal die Entwürfe des Hamburger Labels Ethel Vaughn zu sehen. Für die musikalische Kuration des Abends ist Lorin Strohm verantwortlich.

»Doorpusher«
Tanzperformance von Lucia Glass
20. bis 23. Februar 2014, 21 Uhr
Kampnagel (Jarrestr. 20, Hamburg)
Eintritt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro

Links
Lucia Glass
Kampnagel

{lang: 'de'}
Kommentare deaktiviert
∆

KRASS Festival

Foto via Kampnagel

Foto via Kampnagel

In diesem Jahr geht das KRASS Festival in die zweite Runde – »Kultur-Crash-Festival« wird es im Programmheft genannt. Zwischen dem 5. und dem 15. Februar sind auf Kampnagel Theater- und Tanzstücke, Konzerte und Performances zu sehen, die sich mit Globalisierung und Migration auseinandersetzen. In Europa sind Grenzöffnungen und die Einwanderung von Menschen aus anderen Teilen der Welt nicht erst seit den 50er Jahren vieldiskutierte Themen. Hierzulande wurde dafür der Begriff Integrationsdebatte gefunden. Wobei unklar ist, was Integration sein soll – eine gute Absicht, ein abstraktes Ziel oder ein umstrittener Prozess.

An diesem Punkt setzt KRASS an. Das Festival entwirft und hinterfragt Szenarien des gesellschaftlichen Lebens in einem vereinigten Europa und bringt kulturelle Kollisionen auf die Bühne. Das »Refugium«, ein mongolisches Nomadenzelt, ist während des Festivals ein zentraler Ort auf Kampnagel. Hier gibt es unter anderem »Der letzte Atemzug von Damaskus«, eine Foto-Lese-Performance über den syrischen Bürgerkrieg, und die interaktive Installation »Where is Eutopia?« zu sehen. Am Freitag, den 7. Februar, spielt der Sitarmeister Ashraf Sharif Khan gemeinsam mit dem Hamburger Elektronikmusiker Viktor Marek ein Konzert.

Weiterlesen

{lang: 'de'}
Kommentare deaktiviert
∆

Die Höchste Eisenbahn »Schau in den Lauf, Hase«

Moritz Krämer, Felix Weigt, Max Schröder und Francesco Wilking / Foto: Patrick Jasim

Moritz Krämer, Felix Weigt, Max Schröder und Francesco Wilking / Foto: Patrick Jasim

Vor zwei Jahren taten sich Francesco Wilking von Tele und Moritz Krämer zunächst für ein paar Lieder zusammen. Dann und wann kamen ein paar Freunde dazu. So stand Die Höchste Eisenbahn zu Anfang unter anderem mit Judith Holofernes und Gisbert zu Knyphausen auf einer Bühne. Mittlerweile gibt es mit Felix Weigt am Bass und Drummer Max Schröder, auch bekannt als der Hund Marie, eine feste Besetzung in All-Star-Band-Manier, eine EP und ein Album. Das Debüt »Schau in den Lauf, Hase« ist im November bei Tapete erschienen.

Von Tele kennt man feine Popmelodien, von Moritz Krämer prägnante Singer-Songwriter-Stücke mit Folkeinschlag. Die Höchste Eisenbahn funktioniert so gesehen nach dem Prinzip »best of both worlds«. Mal greifen sie tief in die Kiste mit den ausladenden Emotionen und nehmen Synthie- und Saxophonparts dazu, die dem Popdiskosound der 80er alle Ehre machen (»Egal wohin«). Ein anderes Mal singen sie in aller Ruhe über Unruhe, über da sein und weiter wollen, und lassen die Texte frei von üppiger Instrumentierung (»Aliens«). Oder Graceland, wohlgemerkt das von Paul Simon, wird im Shuffle-Rhythmus nach Berlin verlegt (»Schau in den Lauf, Hase«).

Gestern hat in Hamburg die Tour zum Debüt der Band begonnen, 15 Städte stehen auf dem Plan.
Die Konzerte in Köln und Berlin sind bereits ausverkauft.

Weiterlesen

{lang: 'de'}
Kommentare deaktiviert
∆

Happy Birthday Turbostaat

turbostaat

Wie sichere Quellen berichten: Turbostaat haben sich genau heute vor 15 Jahren gegründet. Ein Fest! Da wollen wir uns in die Reihe der Gratulanten einreihen und nostalgisch an unser eigenes Teenager-Dasein in der norddeutschen Provinz erinnern, als man selbst Musik machte, Konzerte veranstaltete und das Label gründete (sogar mit Bands aus Husum), um am Ende doch nicht durchzuhalten. Chapeau Turbostaat und thank you for the music!

Turbostaat gehen im Februar auf Tour!

{lang: 'de'}
Kommentare deaktiviert
∆

Frohe Weihnachten!

Oh' Du Fröhliche!

Mit 2013 geht in den nächsten Tagen für uns ein schönes und ereignisreiches Jahr zu Ende: Wir durften mit Affekt den vierten Geburtstag feiern, waren Teil spannender Kooperationen und haben viele tolle Menschen mit ebenso tollen Ideen und Projekten getroffen. Dafür bedanken wir uns – bei unseren Partnern, unseren Gastautoren Anna, Christian, Elias, Jan-Eike und Luise sowie natürlich bei unserer Leserschaft! – und freuen uns auf ein 2014, das sicher genauso viel Neues, Aufregendes und Schönes für uns bereit hält.

Wir wünschen euch frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

– Malte & Sabine

{lang: 'de'}
Kommentare deaktiviert
∆

Scott Matthew »Unlearned«

Foto: Michael Mann

Foto: Michael Mann

Es hat schon etwas von einem Ritual. Alle Jahre wieder zieht es Scott Matthew in den dunklen Jahreszeiten von seiner Wahlheimat New York City auf den alten Kontinent. Und alle Jahre wieder tritt der Barde im Dezember in den heiligen Räumen des Kampnagel-Komplexes auf. Dieses Jahr hat er sein Album »Unlearned« im Gepäck, eine Auswahl seiner Lieblingslieder.

Diese Interpretationen sind ganz eigen, sehr minimalistisch bis zerbrechlich. Ein Klavier, ein Streicher, eine Ukulele, so wenig wie nötig gespielt, umso größer der Raum, den Matthews Stimme mit Gefühl zu füllen weiß. Sicher, diese leicht kitschige Melancholie, die die Musik mit sich bringt, ist nicht jedermanns Sache. Unsere schon, insbesondere, weil wir auch um die lustige Seite des Herren wissen. Eine Gewissheit, dass wir am Sonntagabend die Woche gerührt und gut unterhalten werden ausklingen lassen.

Weiterlesen

{lang: 'de'}
Kommentare deaktiviert
∆

Nordwind – Festival nordischer und baltischer Künste

Foto via Kampnagel

Foto via Kampnagel

Von Island bis Estland, von Theater und Performance bis zu Tanz und Musik: Das Nordwind-Festival versammelt im Dezember ein Best-of von nordischen Künstlerinnen und Künstlern in Deutschland. Nachdem das Festival zuerst in Dresden und gerade im Berliner HAU gastiert(e), zeigt Kampnagel ab dem 5. Dezember acht Abenden das dichte und wohlkuratierte Programm, aus dem wir ein paar Punkte vorstellen möchten.

Los geht es am Donnerstagabend um 18 Uhr mit dem Stück »Change of Hope« des lettischen Nachwuchsregisseurs Valters Sīlis, in dem er sich mit der Situation seines Heimatlandes in den 90er-Jahren auseinandersetzt. Neben der politischen und wirtschaftlichen Lage Lettlands kommen aber auch die Biografien der Darsteller in den Nineties zum Tragen.

© Jan Lietaert

»The Artificial Nature Project« © Jan Lietaert

Zur Primetime zeigt die dänische Choreografin Mette Ingvartsen – laut Kampnagel »eine der wichtigsten Impulsgeberinnen des zeitgenössischen Tanzes« ihre neue Produktion »The Artificial Nature Project«. Auf der Bühne schafft sie künstliche Landschaften, die sich ständig verändern: »Aus einem scheinbar ruhigen Panorama entwickelt sich in Sekundenschnelle ein energetisches Chaos, aus einer Flutwelle entsteht ein Konfetti-Sturm, der unwettergleich über die Bühne zieht.« Die Produktion ist auch am Freitagabend zu sehen.

Ebenfalls am Eröffnungsabend, im Anschluss an »The Artificial Nature Project« um 21:30 Uhr, findet das Konzert von Thomas Dybdahl statt. Der Singer-Songwriter, der der »gelebte Gegenentwurf zu Sex, Drugs and Rock’n'Roll« sein soll, ist hier zwar unbekannt, in seiner Heimat Norwegen aber eine große Nummer und mit namhaften Musikpreisen dekoriert. Nach Hamburg bringt er nebst Gitarre und Akkordeon viel Herz- und Weltschmerz mit.

Weiterlesen

{lang: 'de'}
Kommentare deaktiviert
∆