

Hamburg – das Tor zur Welt heißt es. Es ist aber eben nur das Tor. Da geht man durch und ist dann weg.
Für viele Kreative ist das so, denn die Stadt hat in der Vergangenheit gekürzt, wo es nur ging. Auch ist Hamburg nicht gerade dafür bekannt Trends zu setzen, Grenzen zu überschreiten und im kreativen Sinne innovativ zu sein. Einige betiteln diese Stadt dennoch gerne als Kreativhochburg. Für die Werbeindustrie mag das vielleicht noch stimmen. Da gibt es schließlich noch Geld zu machen. Hamburg, du alte Kaufmannsstadt.
An dieser Stelle möge sich der werte Leser aber auch ein Liebespamphlet mit vielen guten Gründen vorstellen, die davon erzählen, wie lebenswert es hier sein kann. Und einer dieser Gründe sind Menschen, die trotz oder vielleicht gerade wegen der Beschränkungen aus allen Richtungen gewaltige Energie aufbringen und hier die Fahne hoch halten. Zu diesen Menschen gehören Louise und Florian Kunth, die seit einem Jahr unter dem Namen »Here We Go« Furore machen.
Begonnen haben sie im letzten Jahr mit einem Magazin-Laden in der Neustadt, wo sie internationalen Independent-Publikationen aus Kunst, Architektur und Design einen Raum gaben, den Jens Brelle, vielen Kreativen als Art Lawyer bekannt, zur Verfügung gestellt hatte und nun weiter führt. Im Frühling folgte das »Chez Lenz«. Ein mehr oder weniger geheimes Restaurant, das rund um den Reedereisohn Gottlob Lenz aufgezogen wurde und neben fantastischem Essen ein kulturelles Programm geboten hat – für uns die beste Zeit in diesem Jahr.

In den Wochen vor Weihnachten bescheren uns Here We Go nun den »Hypermarché«, einen Laden, der ausgesuchte Produkte anbietet, ebenso ein kulturelles Programm und nette Drinks. Für die schöne Inneneinrichtung holten sich Louise und Florian das Büro Parat an Bord, das die große Fläche in der Hafencity gekonnt zu nutzen wusste. Für die visuelle Kommunikation waren We Are Fellows zuständig, für die Installationen Moritz Greiling und Sünje Lorenzen half bei der Organisation und den Veranstaltungen.
Wie immer schaffen es Louise und Florian dem Ganzen eine Atmosphäre zu verpassen, in der man gerne nicht nur einen Augenblick verweilt und stöbert und sich mit den beiden bei einem Getränk unterhält. Man bleibt gern länger.
Here We Go zwingen uns, die Stadt neu zu entdecken, an neue Orte zu gehen und andere Blickwinkel einzunehmen. Das gut so. Diese Stadt braucht die beiden und es ist gut, dass sie da sind. Aber seht selbst…
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