Affekt — Blog für Kultur und Relevantes - Part 2

Roosevelt »Sea«

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Diesen Sommer kommt kein Festivalbesucher an Roosevelt vorbei. Vom Electronic Beats Festival in Prag über Liebhaberfestivals wie dem Immergut oder BootBooHook bis zum Melt!, das jedes Jahr verlässlich die größten Hypes auf die Bühne stellt – Roosevelt fehlt in kaum einem LineUp. Und das aus ziemlich gutem Grund: Seine erste Single »Sea« und die noch bessere B-Seite »Soleil« liefern den perfekten Soundtrack zum Sommer.

Hinter dem Pseudonym verbirgt sich Marius Lauber, auch Schlagzeuger bei Beat! Beat! Beat!, die es aus ihrem Heimatdorf an der niederländischen Grenze immerhin als »Germany’s answer to Foals« in den NME geschafft haben. Für sein Soloprojekt bedient er sich bei Chill Wave, Italo Disco und Synthie-Pop; aus der Ferne des Sommers 2010 hört man Caribou grüßen.

Nachdem die Single schon Ende Oktober veröffentlicht wurde, hat Roosevelt für das Frühjahr angekündigt, eine EP nachzulegen.

Tour
31. Mai 2013  | Neustrelitz | Immergut Festival
12. Juli 2013  | Hannover | BootBooHook Festival
19. Juli 2013  | Ferropolis | Melt! Festival
26. Juli 2013  | Diepholz | Appletree Garden Festival
16. August 2013  | Hamburg | Dockville Festival

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Mit drei Festivals in Prag, Posen und Bratislava eröffnete Electronic Beats im April die Festivalsaison – weiter geht’s im Mai in Köln und Graz! Für die österreichische Ausgabe des Festivals hat das Electronic-Beats-Team muscial genius Chilly Gonzales ins Boot geholt, der am 29. Mai in der Grazer Helmut-List-Halle aus seinem 2012 erschienen Album »Solo Piano II« spielen wird. In einem zweiten Teil des Abends wird dann die Tanzfläche eröffnet und die Bühne für Mark Ronson vs. Riton, das SBTRKT-DJ-Team und das dänische Elektro-Duo Rangleklods freigegeben. Der Abend dient als Auftakt für das Graz Spring Festival, das bis zum 1. Juni an wechselnden Locations stattfindet.

Zeitlich und räumlich näher ist (uns) das Festival in Köln, das schon am 16. Mai stattfindet. Auch hier kann sich das Line-Up sehen lassen: Dan Deacon, Reptile Youth, Trust und Popnoname machen den Anfang und Headliner James Blake setzt dem Abend die Krone auf. Der 2011 zum Wunderkind elektronischer Popmusik gekürte 24-jährige Brite hat Anfang April sein zweites Album »Overgrown« veröffentlicht, das er in Köln live vorstellt, bevor es im Juli zum Melt!-Festival und im Oktober auf reguläre Tour geht.

Und als wären das nicht schon genug gute Nachrichten auf einmal, haben wir auch noch 2x 2 Karten für das Electronic Beats Festival in Köln zu verlosen! Um zwei der Tickets zu gewinnen, schickt  bis zum 9. Mai, 18 Uhr eine Email mit dem Betreff »Electronic Beats« und ein paar netten Worten an info(∆)affektblog.de. Die Gewinner werden ausgelost und von uns per Email benachrichtigt. Viel Glück!

Electronic Beats Festivals im Mai
16. Mai 2013  | Köln | E-Werk | mit James Blake, Trust, Dan Deacon, Popnoname, Reptile Youth (Tickets)
29. Mai 2013  | Graz | Helmut List Halle | mit Gonzales, Mark Ronson vs Riton, SBTRKT DJ set, Rangeklods (Tickets)

Links
Electronic Beats
EB Festival Graz
EB Festival Köln

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Wer schon einmal in Vietnam gereist ist, war mit ziemlicher Sicherheit in Sapa, einem Bergdorf im Norden, das sehr auf den Tourismus ausgerichtet ist. Die Tourismusbehörde wirbt hier mit ihren »ethnischen Minderheiten« und dem besonderen Handwerk, das die Frauen der Hmong herstellen und den Touristen verkaufen. Man wandert durch die Berge, die schönen Reisterrassen immer im Blick und vorbei an Bächen. Auch das permanente Hupen der Mopeds, was sonst eine Reise durch Vietnam prägt, ist auf einmal still – an sich alles sehr idyllisch.

Foto: Sabine Höpfner & Stefan Canham

Foto: Sabine Höpfner & Stefan Canham

Während der gesamten Wanderung wird man von den Hmong-Frauen begleitet, zig Kilometer lang wandern sie mit den Touristengruppen durch die Berge. Man kommt ins Gespräch, wenn man will, und am Ende kauft man ihnen Souvenirs ab. Aber die Touristengruppen dürfen auch in die Schulgebäude hinein laufen, mitten in den Unterricht, und Fotos machen. Gegen Bezahlung kann man in Privathäuser gehen, die Frauen werden wie Schaufensterpuppen als Beispiele für die traditionelle Kleidung vorgeführt, und alles wirkt, als liefe man durch eine riesige Living History Ausstellung.

Sabine Höpfner und Stefan Canham haben während ihrer Reisen nach Sapa diese Eindrücke in Fotografien und Texte übersetzt und fragen in Briefen nach dem Leben der Personen, nach ihren Vorstellungen und vor allem nach der eigenen Rolle, die sie als Touristen an dem Ort und für die Frauen einnehmen. Ab Samstag zeigen sie ihre Bilder und Texte in der Ausstellung »Dear Shu« im Hinterconti in der Marktstraße.

»Dear Shu« – Fotografien und Texte
27.-29. April 2013
Hinterconti (Marktstraße 40a, Hamburg)
Öffnungszeiten: Samstag ab 20 Uhr, Sonntag 14-18 Uhr, Montag 16-19 Uhr

Link
Hinterconti

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Blurred Edges Festival 2013

Shiny Toys

Foto: Shiny Toys

Das Festival Blurred Edges ist der Versuch, verwischte Ränder in und mittels aktueller Musik erfahrbar zu machen. Starre Kategorien bestimmen schon längst nicht mehr die Musik, die wir spannend finden. Mit jedem Jahr wird deutlicher, dass es Genregrenzen nie gegeben hat.

Blurred Edges setzt genau da an. In einem Zeitraum von zwei Wochen widmet sich das Festival experimentellen Tönen und neuer Musik im klassischen Sinne. An so unterschiedlichen Orten wie dem Pudel, der Hamburger Botschaft und einem Wartehäuschen in Oevelgönne werden aktuelle und alte Kompositionen,  ergebnisoffene Improvisationen, Found Sounds und Field Recordings, Klangkunst und Performances aufgeführt.

Das Feld der Veranstaltungen spannt sich von Noise und Ambient über Drone hin zu Klassik und Disco. Felix Kubin, das Krach Kisten Orchester und Les Trucs sind drei der zahlreichen teilnehmenden Acts. Lesungen und Installationen ergänzen das musikalische Programm.

Blurred Edges findet im Mai zum achten Mal in Hamburg statt. In diesem Jahr ist es das erste Mal möglich, ein Festivalticket für alle Veranstaltungen zu erwerben.

blurred edges – Festival für aktuelle Musik
3. – 18. Mai 2013
Verschiedene Orte (u.a. Golden Pudel Club, Gängeviertel, Forum Neue Musik)
Festivalticket: 60 Euro, Einzeltickets an der Abendkasse
Das gesamte Programm findet ihr hier: Programmheft

Links
Blurred Edges
Blurred Edges bei Facebook

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Crtitical Objects at Island

Bild rechts: criticalobjects.info

Bild rechts: criticalobjects.info

Till Wiedeck, Gründer des Berliner Designbüros HelloMe, zählt zu den spannendsten Jungdesignern Deutschlands. Mit seinen »Critical Objects« verlässt er das vertraute Terrain des Grafikdesigns und betritt das Feld der Kunst.

Man ist sich unsicher: Sind es Möbel, wie funktioniert das, welchen Nutzen hat dieser Gegenstand? Mit dieser Fragerei lässt uns Till Wiedeck alleine. Seine Objekte stehen für sich, ganz nüchtern, ohne Erklärung. Und doch wissen sie zu begeistern, wirken wie Ikonen, fordern und irritieren uns und reizen das Hirn (was als sehr angenehm empfunden werden darf).

Am kommenden Samstag, den 27. April, besuchen die »Critical Objects« und ihr Schöpfer das Island und laden ein zur Begutachtung und Infragestellung der eigenen Wahrnehmung. Begleitet wird der Abend mit Musik von Rub Rubbin’ und Getränken an der Bar.

Ein Pflichttermin – wir sehen uns dort!

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Wir freuen uns auch in diesem Jahr wieder die Vortragsreihe Stilvorlagen des Department Design der HAW Hamburg zu präsentieren, die sich mit Design und Gesellschaft auseinandersetzt. Ausgerichtet werden die Veranstaltungen von Studierenden der HAW unter der Leitung von Prof. Heike Grebin und Louise und Florian Kunth von Here We Go.

Stilvorlagen

Den Anfang der diesjährigen Reihe machen am 25. April Eva Rucki und Emma Thomas, die sich die Vielfalt im Designbereich zu eigen machen und ausgewählte Arbeiten vorstellen.

Eva RuckiEva Rucki ist Mitbegründerin des Londoner Studios »Troika«, die für ihre experimentelle Herangehensweise und interdisziplinären Projekte bekannt sind. Anhand detaillierter Recherche, Dialog und Experiment kreuzen sich Design, Architektur und zeitgenössische Installation.
Ihre Ansätze zeugen von digitaler Innovation – doch was technisch-digital wirkt, ist handgefertigt. Ihr Blick auf die digitale Welt macht sichtbar, das mit digitalen Mitteln künstlerisch-poetische Statements gesetzt werden können.

EmmaThomasEmma Thomas Designagentur »A practice for Everyday Life« arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Editorial Design, Markenidentitäten und Ausstellungsdesign. Dieser große Spielraum ermöglicht es zu erforschen und zu experimentieren, wobei mit viel Feingefühl und einem starken Designempfinden begeisternde Lösungen erzeugt werden. Ihr besonderes Gespür für Grafikdesign und Typografie im Raum ermöglicht es Gewöhnliches in Ungewöhnliches zu verwandeln.

Stilvorlagen 8 › Eva Rucki und Emma Thomas
Donnerstag, 25. April 2013
Beginn: 19 Uhr
Eintritt: 2 bis 6 Euro (nach Ermessen)
HAW Hamburg / Department Design
Aula der Armgartstraße 24 / 22087 Hamburg

Links
Stilvorlagen
Stilvorlagen auf Facebook
Troika
A practice for Everyday Life

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kapriole header

Beinahe still und heimlich eröffnete vergangenes Wochenende versteckt in einem Ottenser Hinterhof die Kapriole: eine Off-Location, die in den kommenden Wochen als temporäre Galerie mit wechselnden Ausstellungen bespielt wird. Hinter dem Projekt stecken Marc Einsiedel und Felix Jung, die als Künstlerduo We Are Visual (.WAV) in Hamburg vor allem mit Arbeiten im öffentlichen Raum aufgefallen sind.

Kapriole in the making / via https://www.facebook.com/KAPRIOLE42

Kapriole im Umbau / via https://www.facebook.com/KAPRIOLE42

Gnadenlos wurde das ehemalige Flamencostudio an der Barnerstraße entkernt, anschließend getüncht und mit Bartresen versehen. In den kommenden Wochen kuratieren die beiden dort Ausstellungen zu Schlagworten wie »Raum«, »Licht« und »Wand«, die weniger inhaltlichen Bezüge zwischen den einzelnen Arbeiten herstellen als auf die jeweiligen Methoden der künstlerischen Praxis verweisen. In der Eröffnungsausstellung, die noch bis Sonntag, den 21. April zu sehen ist, werden demnach verschiedene Installationen gezeigt, die – mal statisch, mal in Bewegung – den Raum erkunden.
Ebenso sehenswert wie die ausgestellten Arbeiten sind dabei die Räumlichkeiten der Kapriole, die gleichzeitig großzügig geschnitten und dennoch verwinkelt sind, so dass es hinter jeder Ecke etwas zu entdecken gibt.

Anschließend an die Ausstellungen »Licht« und »Wand« folgt Ende Mai als vorerst letzte eine Ausstellung der Kunstaktion »twentyfourads«, in deren Rahmen im Dezember 2012 sozusagen als Billboard-Adventskalender an 24 Tagen Werbeposter durch Kunst ersetzt wurden.

Kapriole – Off-Location/Temporäre Galerie
Barnerstraße 42 (Hinterhof), Hamburg-Ottensen
13. bis 21. April 2013: »Raum« (aktuelle Öffnungszeiten: tgl. ab 14:00 Uhr, Fr./Sa. mit Open End, So. bis 20:15 Uhr)
26. April bis 5. Mai 2013: »Licht«
11. bis 19. Mai 2013: »Wand«
25. bis 31. Mai 2013: »twentyfourads«

Links
Kapriole (mit Infos zu allen Ausstellenden)
Facebook
.WAV

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Henning Kles, 2011, Georgswerder Damm, Veddel. / Foto: Hayo Heye / Kunsthaus   Hamburg

Henning Kles, 2011, Georgswerder Damm, Veddel. / Foto: Hayo Heye / Kunsthaus Hamburg

Künstler in ihren Ateliers zu porträtieren – dieses klassische Bildmotiv geht auf eine lange Tradition zurück. Die Person positioniert sich inmitten ihres Arbeitsgeräts, arrangiert die Materialien und Werkzeuge um sich – oder arrangiert sich neben die Materialien – und zeigt die Arbeitsgeräte wie ein König seine Herrscherinsignien.
Noch bis Sonntag zeigt das Kunsthaus Hamburg etwa 100 Fotografien von Hayo Heye, der in einem langfristig angelegten Projekt durch die Ateliers von Hamburger Künstlern und Künstlerinnen gezogen ist und dabei die verschiedenen Personen und ihre Arbeitsräume porträtiert hat.

Was für mich die große Faszination mit diesen Atelierfotografien ausmacht, sind die Bedürfnisse der kleinen Voyeurin in mir. Mich interessiert es einfach unheimlich, einen Blick in fremder Leute Räume zu werfen, erst recht, wenn es interessante Künstler und Künstlerinnen sind. Man macht sich recht schnell ein Bild von einer Person, wenn man einen privaten Raum dieser sieht. Ordentlich, rumpelig, sauber, chaotisch – auch wenn diese Annahmen ziemlich wahrscheinlich nichts mit der Person und schon gar nicht mit ihrer Kunst zu tun haben, habe ich danach ein Gefühl, was wahrscheinlich Verbundenheit ist, mit der Person und ihrer Kunst.

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Vom 10.-14. April 2013 fand die 10. Dokfilmwoche HH statt. Und dieses kleine Festival, das Grenzen sprengt, hat einen fühlbaren Sprung hingelegt. Besser gefüllte Kinosäle als je zuvor, mehr Filmemacher_innenen und Gäste aus mehr Ländern. Und das, obwohl drei nur bedingt einladende Worte ganz  besonders gut zu diesem Festivaljuwel passen: ambitioniert, mutig und streitbar. Eine nachträgliche Begehung.

SaufW_dok10

Mittwoch, 10. April
20:00 Uhr | Eröffnungsfilm: »Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe« | Metropolis

Wie es sich für eine Eröffnungsveranstaltung gehört, ist kaum jemand wegen des Films da: Da sind die ganzen Beauftragten und Repräsentanten, Presse und Branchenmenschen, die Pflichtbesucher eben. Aber auch die Freunde, Freunde von Freunden, Eltern, Eltern von Freunden, die Partner, die Ex-Partner, die Verlorenen, die Treuen, die Bemühten, die anderen Pflichtbesucher eben. Zusammen mit einem Freund, der viel zu spät kommt und den Film eben eigentlich auch gar nicht sehen möchte, ergattere ich noch letzte Plätze in der vorletzten Reihe. Die Eröffnungsrede ist schon im Gange.

Philipp Hartmann hat einen Film gemacht, der sich fragt, warum einem die Zeit lang vorkommen kann, wo doch jeder weiß, dass wir alle länger tot als lebendig sind. »Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe« ist eine Collage, die aber nicht in einem assoziierenden Strom des Phantasierens aufgeht, sondern viele gebündelte Miniaturen anbietet, die eher von demselben Punkt aus gedacht zu sein scheinen. Manche dieser Miniaturen mögen einem lang vorkommen. Denn seine innere Logik trägt der Film nicht vor sich her, sondern vergräbt sie ganz tief in sich. Er hütet sie wie ein Geheimnis. Und er tut gut daran. Er nimmt Anekdoten, Spielereien, banale Beobachtungen und Spezialhumor und überhöht die durch und durch persönlichen Kinosplitter zu Bezugspunkten für den Betrachter, legt sie frei zur Bedeutungsaufladung. Dann ist da noch tiefes Entsetzen – vor dem Sterben, mehr als vor dem Tod, vor der Auflösung des Ichs, vor dem Vergessen.

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via http://das-gaengeviertel.info

via http://das-gaengeviertel.info

Arbeiter sitzen auf abgebrochenen Mauerstücken von zehnstöckigen Gebäuden und schlagen mit Picken die Backsteine auseinander, inmitten der Schuttberge verkauft eine alte Frau Essen, auf dem verfärbten Fluss wird die Stadt in ihre Einzelteile zerteilt weggefahren. Traditionelle Peking-Opern und der Lärm der Presslufthammer mischen sich in dem Film zu einer ohrenbetäubenden Klangkulisse: Wie eine Ruinenlandschaft zeigt die Künstlerin Chen Qiulin die Rückkehr in ihre Heimatstadt, in der abgerissen und neu aufgebaut wird, was das Zeug hält.

Wie die anderen eingeladenen Künstler, die noch diese Woche in der Galerie Speckstrasse im Gängeviertel gezeigt werden, thematisiert sie das »neue China« im Bauboom, den Kontrollwahn der Regierung, die Dichte in den Städten, aber auch die Natur, die es zu bewahren gilt und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Gemälde von Xie Bingxin wurden während der Residenz in Hamburg gemalt und beschäftigen sich mit den flüchtigen Meinungsäußerungen über das chinesische Twitter-Pendant Weibo und bieten einen Einblick in Themen, die es selten in westliche Medien schaffen.

Die Kuratorin Stephanie Fenner hat sich nach ihrem Aufenthalt in der chinesischen Galerie »A Thousand Plateaus Art Gallery« in Chengdu die bürokratisch schwierige Aufgabe gestellt, zwei chinesische Künstler nach Hamburg einzuladen, was ihr dank der Zusammenarbeit mit Dagmar Rauwald, der Hilfe des Gängeviertel e.V. und der Kulturbehörde Hamburgs geglückt ist. Die Künstler sind inzwischen wieder abgereist, zum Glück trifft man Stephanie aber immer in der Galerie an, die ihr Wissen über das Land, die gezeigte Kunst und den Entstehungsprozess der ganzen Ausstellung so interessant verpacken kann, dass man trotz Minusgraden gar nicht mehr gehen will.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. April 2013 (Finissage ab 19 Uhr) und lädt zur Langen Nacht der Museen am selben Abend zum Programm mit chinesischen Filmen und anschließender Diskussion ein. Geöffnet ist bis ca. 1 Uhr.

»Ein anderes China – Another Reality«
mit Arbeiten von Chen Jianjun, Chen Qiulin, Li Lang, Xie Bingxin
Kuratiert von Stephanie Fenner und Dagmar Rauwald
Galerie Speckstrasse (Speckstrasse 83-85, Hamburg)

Links
Infos zur Ausstellung
Gängeviertel
Galerie Speckstraße

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