Affekt — Blog für Kultur und Relevantes - Part 2

»Roger Willemsen legt auf« – Vol. XX

Foto: Annika Bertram, NDR Kultur

Foto: Annika Bertram, NDR Kultur

Auch wenn seine Miene es nicht verrät: Roger Willemsen ist in Feierlaune. Nicht, dass es nicht ohnehin jedes Mal ein kleines Fest wäre, wenn der Tausendsassa zu einer neuen Live-Ausgabe von »Roger Willemsen legt auf« ins Rolf-Liebermann-Studio lädt. Aber dieses Mal gibt es auch ein Jubiläum zu feiern: Es ist die 20. Show, in der Autor, Musikliebhaber und Neunmalklug Willemsen vor Publikum Klassik und Jazz auflegt und mit zahlreichen Anekdoten ausschmückt.

Regelmäßig bringt Willemsen seine Lieblingsplatten mit ins NDR-Studio in der ehemaligen Synagoge und begibt sich dort auf musikalische Spurensuche. Wo finden sich Schnittstellen zwischen Klassik und Jazz, wo lassen sich ähnliche Motive ausmachen, wie wird jeweils mit demselben Instrument umgegangen? Aber Willemsen wäre nicht Willemsen, wenn er nicht zu jedem Stück auch eine Geschichte zu erzählen hätte. Eine pointenreiche Anekdote über die zufällige Komposition einer berühmten Synfonie, ein Schwank aus dem Liebesleben einer umtriebigen Jazzsängerin oder eine Begebenheit von einer seiner vielen Reisen in die entlegensten Ecken der Erde – wenn man Willemsen nicht bremst, wird die Musik hier schnell zur Nebensache.

Anlässlich des Jubiläums verlosen wir 5x 2 Karten für den Abend mit Roger Willemsen! Wer am 20. November dabei sein möchte, schickt bis zum 18. November, 15 Uhr eine Email mit dem Betreff  »Willemsen« an info(∆)affektblog.de. Die Gewinner/innen werden von uns ausgelost und benachrichtigt! Bitte vergesst nicht, euren vollständigen Namen anzugeben, damit wir ihn im Fall eures Losglücks an NDR Kultur weiterleiten können. Wir drücken die Daumen!

»Roger Willemsen legt auf« – Vol. XX
20. November 2013, 20 Uhr
Rolf-Liebermann-Studio (Oberstraße 120, Hamburg)
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 10 Euro (VVK)
Der Abend wird aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt bei NDR Kultur ausgestrahlt.

Links
NDR Kultur: »Roger Willemsen legt auf«
Roger Willemsen

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»Bei den wilden Kerlen« im Thalia Theater

© Krafft Angerer

© Krafft Angerer

Max ist ein wilder Kerl. Zu wild für seine alleinerziehende Mutter, zu wild für ihre wechselnden Liebschaften und zu wild für die große Schwester, die mitten in der Pubertät steckt und nichts von ihrem kleinen Bruder im Plüschanzug wissen will. Max’ Versuche, Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen, schlagen fehl: Statt wildem Wolf ist er das schwarze Schaf der Familie. Einsam und missverstanden träumt sich Max in eine Welt, in der alles anders ist. In der es nur so wimmelt vor wilden Kerlen, wie er einer ist, in der er sogar ihr König wird und endlich die Geborgen- und Zugehörigkeit findet, die er zuhause vermisst. Aber es ist gar nicht so einfach, der König einer Herde von wilden Kerlen zu sei. Wie zuhause steht Max nämlich auch hier schnell wieder vor den Problemen, die eine Gemeinschaft von Individuen mit sich bringt.

© Krafft Angerer

© Krafft Angerer

Maurice Sendaks »Wo die wilden Kerle wohnen« ist seit den Sechzigern ein Klassiker in den Kinderzimmern dies- und jenseits des Atlantiks und wird regelmäßig spätestens dann wiederentdeckt, wenn aus den jungen Lesern von damals selbst Eltern werden. Die Geschichte von der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt, die Sendak mit nur wenig Text und vielen fantasievollen Illustrationen erzählt, scheint für jede Generation ihre Gültigkeit zu haben. Das zeigte auch die Filmadaption von Spike Jonze, die 2009 Zuschauer jedes Alters ins Kino zog.

Was für Buch und Film gilt, gilt auch für die Inszenierung von »Bei den wilden Kerlen«, die seit dem 10. November am Thalia Theater zu sehen ist: Nur weil Kindertheater draufsteht, muss noch lange nicht Kindertheater drin sein – zumindest nicht nur. Regisseurin Christine Rast und Dramaturgin Beate Heine haben ausgehend von dem Roman von Dave Eggers – dem Buch zum Film zum Buch – eine Theaterfassung erarbeitet, die Zuschauer ab sieben Jahren mit Max zu den wilden Kerlen nimmt, die Altersgrenze nach oben aber offen lässt. Aufwendige Kostüme und Bühnenbilder, die sich nah an Sendaks Entwürfen orientieren, eine Geschichte voller Witz und rührender Momente gleichermaßen und nicht zuletzt die Live-Musik der Hamburger Band Kante (ein rappender Felix Müller!) haben auf jeden Fall auch für Erwachsene ihren Reiz. Von daher: Schade, dass »Bei den wilden Kerlen« nur im Vormittagsprogramm zu sehen ist.

»Bei den wilden Kerlen«
Thalia Theater (Alstertor 1, Hamburg)
Regie: Christine Rast
Mit Sandra Flubacher, Daniel Hölzinger, Pascal Houdus, Marie Löcker, Björn Meyer, Günter Schaupp, Steffen Siegmund, Sebastian Zimmler und Musik von Kante
Vorstellungen geplant bis Anfang Januar

Links
Info + Termine
Kante

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Affordable Art Fair Hamburg 2013

    Vernissage der Affordable Art Fair Hamburg 2012, Foto: Jürgen Joost

Vernissage der Affordable Art Fair Hamburg 2012, Foto: Jürgen Joost

Im November zeigt die Affordable Art Fair, die  Messe für bezahlbare Kunst, zum zweiten Mal zeitgenössische Arbeiten in Hamburg, die man sich auch leisten kann – zumindest eher als auf anderen Messen. Vom 14. bis 17. November gibt es in den Messehallen Malereien, Skulpturen, Installationen und Fotografien zu sehen, die preislich alle im Bereich zwischen 100 und 5000 Euro liegen und damit auch für Kunstfreunde mit kleinem Portemonnaie erschwinglich sein sollen.

CCA&A Gallery, Hamburg:  Sergei Sviatchenko: LESS, 2006.  Fotocollage, übermalt. 129,0 x 97,5 cm.

CCA&A Gallery | Hamburg | London | Sergei Sviatchenko | LESS | 2006 | Fotocollage, übermalt | 129,0 x 97,5 cm

Die Idee der Affordable Art Fair ist nicht neu, aber noch recht neu in Hamburg. Schon 2001 debütierte die Kunstmesse in London, seitdem findet sie regelmäßig rund um den Globus statt. Erst im vergangenen Herbst feierte sie mit 13.500 Besuchern in den Hamburger Messehallen auch in Deutschland erfolgreich Premiere.

Dieses Jahr hat eine Jury wieder 70 renommierte nationale und internationale Galerien ausgewählt, die ausgewählte Arbeiten ihrer Künstler zeigen und vor Ort zum Verkauf anbieten. Ein Drittel aller Galerien kommt dabei aus der Hansestadt selbst, viele andere stellen zum ersten Mal in Hamburg aus. Gezeigt und verkauft werden Werke von sowohl etablierten Künstlern als auch von den potentiellen Stars von morgen. Dabei besonders interessant: Die verkauften Stücke werden abgehangen und durch andere ersetzt, es lohnen sich also auch mehrere Besuche.

Paul Gregor: Feuerwerk, 2013. Analoge Doppelbelichtung, 40x60cm.

Paul Gregor | Feuerwerk | 2013 | Analoge Doppelbelichtung | 40x60cm

Zusätzlich zu den Schauen der Galerien zeigt die Affordable Art Fair wieder eine kleine, eigens kuratierte Ausstellung aufstrebender Nachwuchskünstler aus Hamburg, die »Emerging Artists«. Hier werden Arbeiten von .WAV, Jorel Heid und Alexandra Griess (siehe unten), Stella Rossié und Nikola Gördes, Jivan Frenster, Paul Gregor (links), Isabell Kamp und Holger Wilkens zu sehen sein.

Und obwohl für das wirklich kleine Budget zugegebenermaßen auch hier nur wenig zu finden ist: Das ein oder andere Schnäppchen für Kunstsammler und alle, die es noch werden wollen, ist bei einer Preisspanne von 100 bis 5000 Euro trotzdem zu holen. Wer Wert auf große Namen legte, konnte im vergangenen Jahr zum Beispiel für knapp über hundert Euro mit einem von vielen, unterschiedlich vom Künstler bekritzelten Plakaten einen echten Jonathan Meese nach Hause tragen.

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Gerard auf »Blausicht«-Tour

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»Was für ein Musiker! Was für ein Song! Unfassbar! Das neue Album von Gerard ist da!«, schwärmte Matthias Schweighöfer nach dem Release auf Facebook. Deutschrap-Kollege Casper freute sich schon vorher im Interview auf ein »richtig, richtig großartiges« Album und laut Marteria ist Gerard schon lange »ein richtiger Hype undergroundmäßig, (…) weil er bis jetzt so krasse Singles rausgebracht hat und sehr besonders klingt«.

Mitte September ist Gerards lang erwartetes Album mit dem Titel »Blausicht« nun erschienen. Es ist das bereits vierte des Wiener Rappers, der sich im vergangenen Jahr von dem »MC« im Namen verabschiedet hat und nicht selten als österreichische HipHop-Hoffnung gehandelt wird. Für »Blausicht« hat er nicht nur von Kollegen und Fans, sondern auch von der Kritik viel Lob bekommen. Juice nennt es »ein so gutes, ja, so ein wichti­ges Album« und verweist auf Referenzen wie Mike Skinner, meinrap.de prophezeit Gerard anlässlich der 13 oft melancholischen Songs, die statt mit klassischen HipHop-Beats mit flächigen und versponnenen Synthie-Sounds arbeiten, »noch eine große Zukunft«.

Nach Touren mit Prinz Pi und den Orsons ist Gerard im November zum ersten Mal als Hauptact unterwegs durch Deutschland und Österreich. Bei den insgesamt neun Deutschlandterminen machen er und seine Band auch in Hamburg Halt und spielen am Montag, den 11. November im Turmzimmer des Uebel & Gefährlichs.

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»Das Wandern der Schatten« bei Feinkunst Krüger

Flyer zu »Das Wandern der Schatten« / Credit: Moki

Flyer zu »Das Wandern der Schatten« / © Moki

Auf den ersten Blick wirken die Arbeiten der befreundeten Künstlerinnen Moki, Gabriela Jolowicz und Emma Åkermann ganz verschieden. Improvisierte Unterschlüpfe in warmen Farben treffen auf schwarze Holzschnitte urbaner Szenen und federleichte Seidenmalerei. Doch in den Arbeiten, die vom 3. bis zum 23. November in der Neustädter Galerie Feinkunst Krüger unter dem Ausstellungstitel »Das Wandern der Schatten« zu sehen sind, entfaltet sich bei genauer Betrachtung ein gemeinsames Motiv: Der Mensch in seinem Lebensraum, dargestellt durch die Wahrheit des Materials.

© Moki

© Moki

Mokis Arbeiten wurden schon vielfach in Hamburg ausgestellt, wir kennen die Künstlerin gut. Als Mitbetreiberin des Hintercontis und immer wieder in beeindruckenden Gruppenausstellungen trat sie hier in Erscheinung, auch wenn sie mittlerweile in Berlin lebt.

Für »Das Wandern der Schatten« präsentiert Moki ihre jüngsten Arbeiten, die 2014 unter dem Titel »Shelter« bei Gingko Press als Artbook erscheinen werden. Die kleinformatigen Bilder zeigen menschliche Zufluchtsorte. Eine Gruppe ineinander liegender, zusammengerollter Freunde, die sich die Wärme teilen, ein Baumhaus, in dem die Kindheit sich erhält, eine Obdachlose mit ihrem Einkaufswagen, auf dem sich die Decken türmen, ein junger Mann mit einer Blättermaske, die ihm etwas fremdartiges verleiht. Eine Besonderheit dieser Arbeiten besteht in ihrem hölzernen Schimmer. Bei flüchtigem Blick wirken die Bilder wie Intarsien – Einlegearbeiten aus verschiedenen Holzsorten. Doch dann erkennt man, dass die feinen Adern und Astlöcher, die in den warmen Flächen sichtbar werden, malerisch imitiert wurden. Dadurch wird die Malerei selbst als Teil der Natur ausgestellt und vielleicht deutet sich in ihr eine weitere Möglichkeit zum Unterschlüpfen an: Die Kunst als Refugium.

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Affekt stellt vor: The Wave Pictures

Foto: Sabine Schaper/Affekt Blog

Franic Rozycki, Jonny Helm und David Tattersall von den Wave Pictures (Foto: Sabine Schaper)

Was für ein Output: Zehn Alben haben die Wave Pictures in den letzten acht Jahren veröffentlicht, Solo- und Tributeprojekte nicht mal mitgezählt. Um dem gerecht werden zu können, ist das neue Album »City Forgiveness« ein Doppelalbum mit 20 Songs geworden, die auf der US-Tour der Wave Pictures mit Allo Darlin’ im vergangenen Jahr entstanden sind. Pünktlich zum Release am 21. Oktober waren David, Franic und Jonny für ein Konzert zu Gast in Hamburg. Luise und Sabine haben die drei Wahl-Londoner vorher zum Interview getroffen und sich ein Akustik-Ständchen vom neuen Album spielen lassen.

Sabine: Mögt ihr euch zu Beginn erstmal unseren Lesern vorstellen?

David: Nun, wir sind die Wave Pictures! Wir touren grad durch Deutschland, weil unser neues Album »City Forgiveness« gerade erschienen ist. Wir haben eben zu Abend gegessen, ich esse jetzt noch eine Karotte.

Luise: Wie würdet ihr denn den Sound der Wave Pictures beschreiben?
Sabine: Vielleicht irgendwelche Referenzbands? Ein Freund von mir meinte zum Beispiel, ihr würdet ihn an die Kinks erinnern.

Jonny: Die Kinks sind großartig, aber die hatten wir nie als Einfluss oder Inspiration im Kopf. Aber klar, wir lieben all diese Sechziger Rock’n’Roll-Bands wie die Rolling Stones, die Kinks und The Velvet Underground. Ich würde sagen, wir machen Rock’n’Roll. Vielleicht Indie Rock’n’Roll? Lofi-Indie-Rock’n’Roll in Classic Rock-Manier mit einigen Country-Elementen – ja, das haut hin.

David: Als wir angefangen haben mit den Wave Pictures, als wir noch zur Schule gingen, da haben wir viel Violent Femmes und Television gehört. So wollten wir klingen, aber mit mehr Gitarrensoli, wie bei Neil Young oder Rory Gallagher. Aber darüber redet man in einer Band natürlich nie, sondern wir klingen wie wir klingen – meine Stimme ist die einzige, die ich habe. Hätte ich eine andere wählen können, dann würde ich so singen wie Otis Redding, aber das geht halt nicht. Und ohne meine Stimme würden wir nicht wie die Wave Pictures klingen.

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Überjazz Festival 2013

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Hamburg- und Weltpremieren, ungeahnte Kooperationen und eigens für das Festival entstandene Produktionen: Das Überjazz Festival hat in seiner vierten Ausgabe wieder viel vor. Vom 25. bis 27. Oktober sind auf Kampnagel insgesamt 28 Konzerte von Künstlern zu sehen, die zwar – mal mehr, mal weniger – mit dem Jazz verbunden sind, deren Musik sich aber experimentell damit auseinandersetzt und immer auch über den Jazz hinausweist. So treffen am Wochenende klassische Musiker aus Jazz und europäischer Tradition auf Soulsänger, Dub- und Techno-Produzenten und Brassbands aus New Orleans.

Das Line-Up:

programm

Wir freuen uns besonders auf das Brandt Brauer Frick Ensemble, das zum ersten Mal in Hamburg spielt und am Freitagabend mit klassischen Instrumenten wie Tuba, Cello, Harfe und Percussions eine Art Akustik-Techno auf die Bühne bringt. In einer Weltpremiere treffen sich außerdem ebenfalls am Freitag als Piano-Duo Volker Bertelmann, der als Hauschka für seine Arbeit mit präparierten Klavieren bekannt ist, und der Schweizer Crossover-Jazz-Komponist und -Pianist Nik Bärtsch. Und am Samstag spielt als das Trio um Vijay Iyer, das (uns bisher) zum Beispiel mit seiner Version von M.I.A.s »Galang« aufgefallen ist.

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»Finsterworld«

Foto: Fischer Verlag

Foto: fischerverlage.de

In »Finsterworld« scheint immer die Sonne: Über den gelben Rapsfeldern, an denen der Miet-Cadillac vorbeirauscht, über dem Altenpflegeheim, das nicht mehr die Familie, sondern nur noch der Fußpfleger besucht, und über dem KZ, in dem ein bemühter Lehrer seine verwöhnten Schnöselschüler aus ihrer Blase zu locken versucht. Vergeblich. Trotz all des Sonnenscheins, der herrlichen Landschaften und der schönen und gut gekleideten Menschen zeigt sich »Finsterworld« als düsterer Ort, als hermetisch abgeriegelter Raum mit eigenen Gesetzen, nach denen die Guten nicht die Gewinner sind.

Die Geschichten der zwölf im Zentrum und größtenteils miteinander in Verbindung stehenden Figuren sind geprägt von emotionaler Kälte, Einsamkeit, Verzweiflung und fehlender gesellschaftlicher Zugehörigkeit, obwohl sie doch aus unserer Mitte zu stammen scheinen. Da ist zum Beispiel Polizist Tom, der in einem Furry-Freundeskreis die Geborgenheit sucht, die ihm seine selbstbezogene und erfolglose Filmemacher-Freundin Friederike verweigert. Da ist das Ehepaar Sandberg, dessen Lebensinhalt aus einer seltsamen Kombination von Luxuswahn und Deutschlandhass zu bestehen scheint. Da ist ihr verzogener Sohn Maximilian, der Draco Malfoy seiner Eliteschule-Clique, der Lehrer Nickel seinen Glauben an eine bessere Welt kosten wird. Und da ist Fußpfleger Claude, der zwar ein reines Herz, aber seltsame Vorlieben hat.

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Anna Wahdat und Ulrike Maichel mit ihrem »Hässlichen Erntlein«

Anna Wahdat und Ulrike Maichel mit ihrem »Hässlichen Erntlein«

Zweiköpfige Tomaten, dreibeinige Möhren und Gurken jenseits der EU-Krümmungsnorm: Viel zu viel Obst und Gemüse landet Tag für Tag im Müll statt auf dem Teller, weil es ästhetischen Ansprüchen nicht genügt. Dabei macht eine Kartoffel in Herzform doch genauso satt wie eine runde, und ein bisschen glücklicher noch dazu. Die beiden Hamburgerinnen Anna Wahdat und Ulrike Maichel – man kennt sie unter anderem vom treib.gut oder dem Konsumkulturhaus Lokal – finden das auch, und fanden mit dem Erntedankfest am 6. Oktober den richtigen Tag, um ihn der sonst so oft verschmähten hässlichen Ernte zu widmen.

Bio-Bauern aus dem Hamburger Umland haben die beiden auf ihre Felder gelassen, wo sie sich den aussortierten und liegengebliebenen Gewächsen angenommen haben. Am Sonntag können diese dann im Lokal bewundert, mitgenommen, eingeweckt oder einfach direkt vor Ort verspeist werden. Neben den prall gefüllten Obst- und Gemüsekisten wartet eine DIY-Einmachstation auf die Besucher, ein Topf voller Gemüsesuppe und Säfte aus Obst, das beinahe in Hamburger Privatgärten verkommen wäre. Drumherum gibt es mit Musik und Kunst auch Kulturprogramm zum Thema: Die »Ugly Fruits«-Galerie der Weimarer Designstudenten und »Hit-Recycling und Jazz, serviert auf Plattentellern«.

Alle Gemüse- und Kuchen-Überbleibsel werden Hamburger Obdachloseneinrichtungen gespendet.

»Hässliches Erntlein«
Sonntag, 6. Oktober, 14 bis 20 Uhr
Lokal (Max-Brauer Allee 207, HH-Altona)
Eintritt frei

Links
»Hässliches Erntlein« bei Facebook
Lokal

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Comicfestival Hamburg 2013

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Wem am langen Wochenende die herbstliche Decke auf den Kopf zu fallen droht, der kann jetzt aufatmen: Dank des Comicfestivals muss von Mittwoch bis Sonntag eigentlich niemandem langweilig werden. An ganz unterschiedlichen Orten auf St. Pauli, in der Schanze und im Karoviertel finden Ausstellungen von verschiedenen Comickünstlern statt und lassen sich in Rundgängen mit den Organisatoren oder auf eigene Faust begutachten. Die Organisatoren haben ihre Festivalzentrale im Kölibri am Hein-Köllisch-Platz, wo neben der Verlagsbörse auch Verpflegung angeboten wird. Außerdem gibt es Buchvorstellungen, Podiumsdiskussionen, ein Kino und Workshops, für die es auch noch freie Plätze gibt.

Carolin Walch

Carolin Walch

Neben internationalen Comickünstlern wie Rutu Modan oder Geneviève Castrée sorgen auch Hamburger Künstler für ein wenig Lokalkolorit.  Die Comic-Klasse der HAW hat eine Satellitenausstellung beim Druckdealer in der Marktstraße, außerdem veranstaltet am Freitag Jan Soeken eine Lesung aus seiner Bildgeschichte »Friends«. Sonst sind noch die Hamburger Künstler Marijpol + Holly, Marlene Krause, Wolfgang Müller-Wichards, Esther Graber, Janis Vernier, Tanja Esch, Lena Hällmayer und Marlin von Soest dabei.

Ein ganz besonderes Projekt wird in der Galerie Affenfaust gezeigt. Dort läuft eine Ausstellung über ein Projekt das Schweizer Comicmagazin Strapazin, das 150 Künstler eingeladen hat, die Fernsehhelden ihrer Jugend als Inspiration für Comic Strips zu nehmen. Hier wird am Donnerstag um 19 Uhr auch die Eröffnung mit Musik, Gewinnspiel und natürlich Drinks gefeiert.

Comic Festival Hamburg
3. bis 6. Oktober 2013
Eröffnung: 3. Oktober 2013, 19:00 Uhr, Affenfaust (Detlev-Bremer-Straße 15, Hamburg-St. Pauli)
Festival Party: 5. Oktober 2013, ab 21:30 Uhr, Centro Sociale (Sternstraße 2 Hamburg-Schanzenviertel), Eintritt 4 Euro

Links
Comic Festival Hamburg
Programm

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