Ein kurzfristiger Tipp für alle die Hamburger, die es heute noch in die eisige Nacht zieht:
Im Lokal findet heute, am 4. Februar, die Ausstellung »You Are My Favorite 2« statt. Franziska Ebert versammelt erneut ihre liebsten Flickr-Fotografinnen aus aller Welt, dazu gibt es ein kleines Konzert von lùisa und später Musik von Elin. Außerdem wird ein Buch präsentiert, das die Werke aus der ersten Ausstellung zeigt.
… – wenn Nachbarn und totalitäre Regierungen Clubkultur gefährden
Wenn die Sonne fehlt, wenn der Regen läuft kommt man viel besser mit dem Rest des Tages klar, hat man ein Konzert für den Abend in Aussicht. Bestenfalls keinen Hallenspaß mit 5 Euro Plastebecherpfand und Dauerbeobachtung durch Wachmonster und bequemerweise auch kein Konzert, für das man 45 Minuten in die Randbezirke der Stadt fahren muss. Am liebsten irgendwo, wo man schon öfter war, wo man auch einige Leute kennt und zum Sitzen nicht in einen abgetrennten Loungeraum gehen muss. Wo man oft weiß, wer spielt, und sich auf die Band freut, sich aber gleichermaßen gern Neues von der Belegschaft seines bzw. ihres Vertrauens ans Herz legen lässt.
Diese Abendplanung könnte schon bald Geschichte sein. In wenigen Jahren wird es in Großstädten schwer, ein Konzert nach 22 Uhr aufzutreiben, dass nicht in einer der besagten Plastepfandhallen stattfindet, weil die Vielzahl an Ruhestörungsklagen auch in den letzten Keller gedrungen ist. Möchte man sogar ein Schlagzeug auf der Bühne hören, muss man sich auf den Weg ins entlegene Gewerbegebiet machen, vielleicht auch eine Taschenlampe einpacken – für den Fall, man findet sich nicht durch dunkle Fabrikgebäude. Und irgendwann kommt auch dort die Räumungsklage und Live-Musik muss modernem Shoppen und Wohnen Platz machen.
Demonstranten vor dem Schokoladen in Berlin
Dass dies keine realitätsfremde Miesepetrigkeit ist, wird jedes Jahr auf’s Neue bewiesen. Längst erfolgreiche und bekannte Clubs bekommen Abmahnung nach Abmahnung und Zwischennutzungen wird ein Ende bereitet, unbeachtet der kulturellen Vielfalt, die sie in ein Viertel gebracht haben, siehe Tacheles (Bild unten) und zuletzt: der Schokoladen (Bild oben) in Berlin.
Dieser Swap kommt wieder wie gerufen! Das letzte Mal wechselten Hut, Hemd und Hose zum Herbstanfang im Oktober die Besitzer, der nächste Kleidertausch ist – pünktlich zum angekündigten Wintereinbruch – für Mitte Februar angesetzt. Für alle, die bis heute darüber verzweifeln, wie sie die anstehenden Minusgrade halbwegs fashionable überstehen sollen, hier unser Tipp: Ruckizucki die alten, ungeliebten Kleidungsstücke im Lokal gegen neue Lieblingssachen aus zweiter Hand recyclen, alle auf einmal anziehen und als glückliche und gutaussehende Zwiebel dem Frost trotzen.
Wer diese Gelegenheit dazu nutzen will, den Inhalt seines Kleiderschranks zu überholen, der bringt seine aussortierten Teile vom 2. bis 10. Februar zu Kauf Dich Glücklich in der Schanze (Susannenstraße 4). Dort werden sie bewertet und ins Lokal gebracht, wo man dann am 12. Februar ab 15 Uhr seinen Punkte-Coupon abholen und diesen nach Herzenslaune in neue Garderobe investieren kann. Die alten Sachen können auch direkt am Sonntag im Lokal abgegeben werden, dann dauert es aber etwas länger, bis man endlich mit dem ersehnten Einsammeln loslegen kann.
Musik, Kuchen und Kaffee sind ohnehin da, und als besonderes Schmankerl für die gute Sache spendiert Kauf dich Glücklich wieder ein paar Last-Season-Stücke zum Ertauschen.
Info Lokal Swap
Sonntag, 12. Februar 2012, ab 15 Uhr
Max-Brauer-Allee 207, HH-Altona
Eintritt 3 € (inkl. Getränkegutschein)
Nicht mehr ganz zwei Monate sind es, bis das selbstbetitelte Debüt der Sleeping Policemen in die Plattenläden einziehen und die Herzen der Liebhaber klugen, zurückhaltenden und beschwingten Pops erobern wird. Bevor es dann im Frühjahr also so richtig losgeht, freuen wir uns aber erstmal umso mehr auf das Vorab-Konzert am heutigen Abend: auf die Vorfreude, die Spannung und das Knistern einer Generalprobe, bevor sich der Vorhang der großen Bühne öffnet.
Wie das klingen wird, verrät bereits der Vorbote »High Skies«, der auch auf dem am 16. März erscheinenden Album vertreten sein wird.
Neben Sleeping Policemen werden heute in der Astrastube ebenfalls Boa Constrictor aus Schweden, sowie die DJs von Hit The North aufspielen.
Info
Sleeping Policemen und Boa Constrictor
28. Januar 2012, 21 Uhr
Astrastube (Max-Brauer-Allee 200, Hamburg)
Eintritt 8 €
Leonard Cohen ist ein vielbeschäftigter Mann, und das nicht nur für seine stolzen 77 Jahre. Erscheinen nicht gerade neue Aufnahmen des alten Ladies’ Man, dann vermutlich ein Roman aus seiner Feder oder er widmet sich derzeit den bildenden Künsten. Vielleicht ist er auch mal wieder auf Welttournee – die trotz utopischer Ticketpreise und Hallengröße natürlich bis auf den letzten Platz ausverkauft ist.
Trotz der Leonard-Cohen-Flut in Buch- und Plattenläden sind seit dem letzten Studioalbum dennoch unglaubliche acht Jahre vergangen: »Dear Heather« erschien 2004. Ende Januar wird nun endlich mit »Old Ideas« nachgelegt, Cohens Studioalbum Nummer 12, das zehn neue Songs versammelt, an denen er jedoch – der Titel sagt es – teilweise schon Jahre gearbeitet hat.
Bevor »Old Ideas« am 27. Januar erscheint, kann man die neuen Lieder schon vorab im Channel unserer Freunde von tape.tv hören.
In einer gut sortierten Buchhandlung wird es stets mindestens einen Regalboden voller manchmal schriller, manchmal schlichter Bücher zum Thema Inneneinrichtung geben. Zwischen »Inspiration Weiß« und »Shabby Chic« finden sich in dieser Abteilung auch Bücher über Bücher – meist darüber, wie man Bücher verstauen kann oder besser noch, wie das sogenannte »Büchermenschen« tun.
Vorbeugend eins: Diese Bücher haben ihre absolute Daseinsberechtigung, aber fraglos fühle ich mich von ihnen emotional irgendwie angefasst, denn in der Regel sind sie sehr schrecklich. Ich möchte sie auf eine Stufe mit den Begriffen »Leseratte« und »Bücherwurm« stellen, und damit weit, weit weg von mir. Ich bin einfach nur jemand der Bücher ziemlich gut findet.
Zurück zur wesentlichen Thematik. Schon die Titelwahl erinnert manchmal eher an Anleitungen zur Selbsthilfe und an einschlägige Ratgeberliteratur: »Mit Büchern leben« und »Wie wir mit Büchern leben« zum Beispiel. Und ja, da sind durchaus sehenswerte Beispiele zu entdecken – man überzeuge sich selbst in der Buchhandlung des Vertrauens – doch ich kenne gar niemanden, dem so zu wirklicher Inspiration verholfen wurde. Dabei war das meine leise Hoffnung, denn ich brauche dringend ein neues Buchregal. Ehrlicherweise benötige ich überhaupt eins. Oder etwas in der Art, weil genau darum geht es ja. Regale gibt es wie Sand am Meer. Man kann sie kaufen, aufbauen, aufbauen lassen, beides nicht, selbst entwerfen, nie realisieren und dann am Ende alles sehr anstrengend finden.
Das formschöne Regal von Moebel Horzon. Hier präsentiert von Christian Kracht. Foto. modocom.de
Nach Delphic, Two Door Cinema Club und Is Tropical kommt hier der jüngste Hype des französischen Labels Kitsuné: Citizens! – mit Ausrufezeichen. Wie so oft sind das fünf hippe Boys aus London, ausgestattet mit Tolle und/oder Schnurrbart, Skinny Jeans und Schnürschuhen. Gar nicht langweilig hingegen ist die Musik der fünf Burschen, vorangestellt die aktuelle Single »True Romance«.
Composed by Martyn, Thom, Mike, Lawrence and Tom, Citizens! is a call to arms, a statement, a mark in the sand. Their bold statement is that they reclaim pop cause »Pop is not a dirty word. It’s a holy one.« (Mike)
The melodious vocals and the catchy music are the ingredients of good pop. They treated recording like a game, an experiment. They thought that a band needed to come along with the guts to make imaginative pop music, but to do it with soul and integrity. They asked questions that other bands weren’t asking, and mixed elements they hadn’t heard mixed before. Most importantly they wouldn’t allow themselves to mimic any particular moment from decades past.
Während Citizens! hauptsächlich in der Heimat London unterwegs sind, haben am Wochenende erstmals auch deutsche und österreichische Hauptstädter die Gelegenheit zum Konzertbesuch:
Tour
20. Januar 2012 | Berlin | Magnet Club | Introducing mit Age of Consent, Ter Haar
21. Januar 2012 | Wien | Arena | FM4 Geburtstagsfest mit Nada Surf, Kettcar, Kaizers Orchestra uvm.
Neulich habe ich mit einer Gruppe von Freunden eine Art Charade gespielt. Dabei kam heraus, dass eine meiner ältesten Freundinnen noch nie Star Wars gesehen hat. Nicht nur das – sie wusste weder wer Darth Vader ist, noch kannte sie die Bedeutung des Satzes »Luke, ich bin dein Vater.«
Aber ich war weniger vom Nicht-Gesehen-Haben der Filme überrascht. Vielmehr war es für mich eigentlich unvorstellbar, dass sie es trotz eines nicht unerheblichen Medienkonsums geschafft hatte, den wohl kleinsten gemeinsamen Nenner der Populärkultur zu umgehen. Denn Star Wars ist Teil unseres geteilten Kulturguts: Luke Skywalker ist die moderne Inkarnation des klassischen Helden, Darth Vader der sinnbildlichen Bösewicht und Chewbacca der beste Sidekick ever. Wie schon aus den Märchen und Sagen zuvor (und was wäre Star Wars wenn nicht das) bedienen wir uns aus dem Fundus der populären Kultur, um die Welt besser verstehen zu können und um gemeinschaftliche Beziehungen auszuhandeln.
Unglücklicherweise gibt es zwischen Han Solo und Robin Hood einen bemerkenswerten Unterschied – die Crew des Millennium-Falken gehört einer einflussreichen Firma in Südkalifornien, die immer ein Auge darauf hat, was wir mit ihrem Eigentum gerade anstellen. Aber das war zum Glück immer schon vielseitig und lebhaft.
Wir sind traurig, denn Ghost of Tom Joad lösen sich auf. Abschließend gibt es aber noch dreimal die Möglichkeit, die Herren aus Münster live zu erleben. Wir empfehlen, schnell Tickets zu sichern!
Mit einem Zitat einer großen skandinavischen Kappelle möchten wir uns verabschieden: Thank you for the music!
Termine
8. April 2012 | Hamburg | Hafenklang
21. April 2012 | Berlin | Comet
22. April 2012 | Münster | Gleis 22
Die Berliner Fashion Week steht vor der Tür und Bodi Bill spielen im Rahmen von Windows Phone FM Live im Tape Club. Das Ganze ist eine exklusive Angelegenheit, denn Tickets gibt es nicht. Umso mehr freuen wir uns 2x 2 Gästelistenplätze verlosen zu dürfen.
Bodi Bill verbinden die Produktion von Musik gezielt mit ihrer glamourösen Liveumsetzung. Beides funktioniert bei der deutschen Art-School Band als Symbiose und somit als mutimediales Erlebnis für das Publikum. Visuals und Interaktion spielen bei Bodi Bill eine große Rolle. Zu ihrer unkonventionellen und interdisziplinären Heransgehensweise passt perfekt der Liveauftritt des amerikanischen Musiker Thavius Beck. In seiner Funktion als Windows Phone Sound Ambassador wird er eine Liveperformance zum Besten geben, die seines Gleichen sucht. Dabei benutzt Thavius die Dj Sample App von Windows Phone. Der als Wunderkind bezeichnete Beck gehört zu den vielseitigsten und innovativsten Produzenten aus Los Angeles und sein Stil ist unverkennbar.
WindowsPhone.FM Live mit Bodi Bill & Thavius Beck
21. Januar 2012
Tape Club, Heidestraße 14, 10557 Berlin
Beginn: 23:00 Uhr (Einlass: 22:00 Uhr)
ENTRY VIA GUEST LIST ONLY!
Wer gewinnen möchte, der schreibt uns bis zum 19. Januar eine charmante Email mit dem Betreff »Bodi Bill« und seinem Namen an info(∆)affektblog.de. Die Gewinner werden per Email informiert. Wir drücken die Daumen!